Bachmann-Preis geht nach Graz: Autorin Nava Ebrahimi überzeugte Jury

Die aus dem Iran stammende Autorin Nava Ebrahimi gewann den renommierten Literaturwettbewerb. Auch Necati Öziri, Leander Steinkopf, Julia Weber, Anna Prizkau und Timon Karl Kaleyta schafften es auf die Shortlist.

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Nava Ebrahimi erhält den 45. Bachmann-Preis.
© CLARA WILDBERGER

Klagenfurt – Die in Teheran geborene und in Graz lebende Autorin Nava Ebrahimi ist gestern in Klagenfurt mit dem 45. Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet worden. Sie setzte sich mit ihrem Text „Der Cousin“ im Stechen gegen die 1996 geborene Berlinerin Dana Vowinckel, die jüngste Teilnehmerin des diesjährigen Bewerbs, durch. „Ein guter Tag für die österreichische Gegenwartsliteratur“, befand Kunststaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) in ihrem Gratulations-Schreiben. Mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis habe „schon so manche literarische Karriere einen kräftigen Schub bekommen“, konstatierte Mayer.

Ebrahimi, die bei der Bekanntgabe Tränen in den Augen hatte („Ich war wirklich überwältigt“), hofft darauf, dass ihr im Vorjahr erschienenes zweites Buch „Das Paradies meines Nachbarn“, „das ein bisschen durch Corona unter die Räder gekommen ist, noch einmal etwas verspätete Aufmerksamkeit bekommt“. In ihrem siegreichen Text „Der Cousin“ trifft eine Schriftstellerin in New York ihren zum Startänzer avancierten Cousin, um mit ihm das Trauma der familiären Migrationsgeschichte aufzuarbeiten.

Die übrigen vier Teilnehmer aus Österreich schafften es nicht auf die sieben Namen umfassende Shortlist, die nach drei Lesetagen die Preisverleihung einläutete.

Die Preisverleihung wurde virtuell abgehalten.
© JOHANNES PUCH

Ebrahimis Hauptpreis ist mit 25.000 Euro dotiert. Daneben wurden noch folgende weitere Auszeichnungen vergeben: Der mit 12.500 Euro dotierte Deutschlandfunk-Preis geht an Dana Vowinckel. Den Kelag-Preis (10.000 Euro) gewinnt der in Berlin lebende Autor und Theatermacher Necati Öziri, der zudem auch den per Internet-Voting ermittelten BKS-Bank-Publikumspreis in der Höhe von 7000 Euro und das damit verbundene und mit 5000 Euro dotierte Klagenfurter Stadtschreiberstipendium erhält. Timon Karl Kaleyta (D) setzte sich gegen Anna Prizkau im Stechen um den 3sat-Preis (7500 Euro) durch.

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Wie im Vorjahr konnte die Veranstaltung nicht unter Normal-Bedingungen durchgeführt werden. Neun Autorinnen und fünf Autoren stellten sich mit ihren Texten, deren Lesungen voraufgezeichnet worden waren, einer im ORF-Theater von Klagenfurt diskutierenden siebenköpfigen Jury unter erstmaligem Vorsitz von Insa Wilke.

Live-Publikum war keines zugelassen, die Autorinnen und Autoren waren per Videoschaltung dabei. Wilke freute sich in ihrer Abschlussrede, in der sie das Gesprächsklima unter den JurorInnen lobte, die heuer nur selten einen Konsens fanden, vor allem auf das Live-Comeback von Publikum und Autoren 2022. (APA, TT)

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2021

Bei den 45. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt wurden am Sonntagvormittag fünf Preise vergeben. Vier Preise wurden von der Jury bestimmt, für den Publikumspreis zeichneten die Zuhörer via Internet-Voting verantwortlich.

Nava Ebrahimi: Ingeborg-Bachmann-Preis, 25.000 Euro

Dana Vowinckel: Deutschlandfunk-Preis, 12.500 Euro

Necati Öziri: Kelag-Preis, 10.000 Euro

Timon Karl Kaleyta: 3sat-Preis, 7500 Euro

Necati Öziri: BKS-Bank-Publikumspreis, 7000 Euro


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