3,4 Milliarden Euro fehlen an Mehrwertsteuer in Österreich

Eine milliardenschwere Steuerlücke gibt es in Österreichs Budget wegen Betrugs und Ausnahmen.

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Alleine im Onlinehandel entgehen 980 Mio. Euro an Steuern.
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Wien – Der österreichische Fiskus hat sich im vergangenen Jahr rund 3,4 Mrd. Euro an Mehrwertsteuer entgehen lassen, hat Ökonom Friedrich Schneider im Rahmen einer Studie der Johannes Kepler Universität Linz im Auftrag der Wirtschaftskammer-Bundessparte Handel erhoben. Davon entfallen 1,8 Mrd. Euro auf Mehrwertsteuerbetrug (so genannte Karussell-Geschäfte, falsche Deklarationen u. a.) und 1,6 Mrd. Euro auf Sonder-Ausnahmeregelungen und Schwierigkeiten bei der Einhebung der Steuer.

Rund 980 Millionen Euro dieser Mehrwertsteuerlücke entfallen auf nicht eingehobene MwSt.-Einnahmen im ausländischen Online- oder Distanz-Handel. Diese knappe Milliarde könne der österreichische Fiskus zusätzlich einkassieren, ohne eine Steuer zu erhöhen oder eine neue Steuer einzuführen, meint der ehemalige ÖVP-Politiker und Geschäftsführer der Initiative Wirtschaftsstandort OÖ (IWS), Gottfried Kneifel. Das Land Oberösterreich befindet sich im Wahlkampf für die Landtagswahlen im September.

Uni-Ökonom Schneider, der gleichzeitig auch Kuratoriumsvorsitzender der IWS ist, bezifferte die gesamte Mehrwertsteuerlücke aller EU-Mitgliedsstaaten im Jahr 2020 mit rund 164 Milliarden Euro oder 13,7 Prozent des gesamten Mehrwertsteueraufkommens. Das sei eine Zunahme gegenüber 2019 um 42 Milliarden Euro oder 34 Prozent. Die größte Mehrwertsteuerlücke habe im Vorjahr demnach Italien mit 41,5 Mrd. Euro aufgewiesen, gefolgt von Großbritannien mit 27,3 Mrd. Euro und Deutschland mit 25,6 Mrd. Euro. (TT)

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