Angst vor Virus-Variante: Das Delta-Gespenst geht um

Das Delta-Gespenst geht um Gerade fühlt sich das Leben fast normal an, da schreckt die Delta-Mutante die EU auf.

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Im abgeriegelten Lissabon zog es am Wochenende nur wenige auf die Straße.
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Lissabon, Moskau, Berlin – „Wir müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen“, hatte der Berliner Virologe Christian Drosten Freitagabend auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin gewarnt. In Deutschland hat sich laut einer Analyse des Robert-Koch-Instituts (RKI) der Anteil der Delta-Variante (B.1.617.2) innerhalb von nur einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt. Es wird befürchtet, dass die infektiösere Variante bereits in einigen Wochen die dominierende sein könnte.

In einigen anderen Ländern schlägt Delta bereits heftig zu. In der am Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten Medien am Sonntag unter Berufung auf das nationale Gesundheitsinstitut Insa.

Seit Freitagnachmittag und bis heute in der Früh durften die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die Stadt nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen. Ob die Absperrung an den nächsten Wochenenden wiederholt wird, soll kurzfristig entschieden werden.

In Russlands Hauptstadt Moskau wurde ein Rekordwert bei den Neuinfektionen verzeichnet. Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge sind fast 90 Prozent der Covid-Erkrankungen auf Delta zurückzuführen. Moskau kämpft – wie ganz Russland – mit einer großen Impfskepsis in der Bevölkerung.

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In Großbritannien hatte die Delta-Variante innerhalb weniger Wochen trotz fortgeschrittener Impfquoten deutlich die Vorherrschaft übernommen. Die Sieben-Tage-Inzidenzen stiegen wieder – von 20 auf zuletzt rund 80. Lockerungen wurden deshalb gestoppt. Angesteckt hätten sich dabei vor allem junge Erwachsene, sagte Drosten. Die Infektionen hätten sich in England vorwiegend in den Impflücken abgespielt. Einig ist man sich EU-weit deshalb, dass die Impfungen zügig fortgesetzt werden müssen. (TT, dpa)


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