Das bringt der Montag: ÖFB-Showdown, Dänen bereit für eine "magische Nacht"

Fußball-Österreich blickt heute (18 Uhr/TT.com-Live-Ticker) nach Bukarest, wenn das ÖFB-Team gegen die Ukraine das Achtelfinal-Ticket lösen will. Während in Gruppe A Belgien den Aufstieg bereits fixiert hat, zittern Dänemark, Russland und Finnland vor dem Aus.

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Die Dänen rückten nach dem Eriksen-Drama als Mannschaft noch enger zusammen.
© HANNAH MCKAY

⚽ EM-Gruppe C: Ukraine - Österreich 18.00 Uhr

Österreichs Fußball-Nationalteam greift am Montag (18.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) in Bukarest nach dem ersten Achtelfinal-Einzug bei einer EM-Endrunde. Mit einem Sieg gegen die Ukraine hätten die Österreicher den Aufstieg als Gruppenzweiter sicher. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würde auch ein Remis reichen - Teamchef Franco Foda will es aber nicht darauf anlegen. Nur die vier besten von sechs Gruppendritten kommen weiter.

"Wir wollen dieses Spiel für uns entscheiden. Das ist die Intention, weil nach wie vor nicht zu 100 Prozent sicher ist, dass ein Unentschieden für uns reicht", betonte Foda. Das sei auch der große Unterschied zu Gijon 1982. Damals wusste das ÖFB-Team, dass mit einer 0:1-Niederlage gegen Deutschland beide Mannschaften bei der WM weiter sind. "Wir wissen das nicht, weil nach uns noch viele Spiele stattfinden. Also ist unsere Situation eine ganz andere als damals 1982."

Das große Rechnen könnten sich die Österreicher mit ihrem zweiten EM-Sieg nach dem 3:1 zum Auftakt gegen Nordmazedonien ersparen. "Wir haben die erste kleine Geschichte geschrieben mit dem Sieg", sagte Foda. "Jetzt gilt es einfach für das Land, für Österreich, alles zu unternehmen, um dieses große, große Ziel zu erreichen, das noch niemandem gelungen ist. Da müssen wir alle anpacken, das wird unsere Aufgabe sein."

📊 Mögliche Aufstellungen bei Ukraine - Österreich

  • Bukarest, Arena Nationala, SR Cakir/TUR
  • Ukraine: 1 Buschtschan (Dynamo Kiew/8 Länderspiele) - 21 Karawajew (Dynamo Kiew/35/1 Tor), 13 Sabarnyj (Dynamo Kiew/10/0), 22 Matwijenko (Schachtar Donezk/37/0), 16 Mykolenko (Dynamo Kiew/16/0) - 8 Malinowskyj (Atalanta Bergamo/38/6), 6 Stepanenko (Schachtar Donezk/62/3), 17 Sintschenko (Manchester City/41/6) - 7 Jarmolenko (West Ham/95/42), 9 Jaremtschuk (KAA Gent/26/10), 15 Zyhankow (Dynamo Kiew/26/6)
  • Österreich: 13 Bachmann (Watford/4) - 21 Lainer (Mönchengladbach/31/2), 3 Dragovic (Bayer Leverkusen/92/2), 8 Alaba (Bayern München/83/14), 4 Hinteregger (Eintracht Frankfurt/57/4), 2 Ulmer (Red Bull Salzburg/26/0) - 24 Laimer (RB Leipzig/11/1), 23 X. Schlager (Wolfsburg/22/1), 9 Sabitzer (RB Leipzig/52/8) - 19 Baumgartner (Hoffenheim/12/3), 7 Arnautovic (Shanghai Port/89/27)

⚽ EM-Gruppe C: Nordmazedonien - Niederlande 18.00 Uhr

In Amsterdam steigt am Montag (18.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) die einzige Partie dieser Fußball-EM, deren Ergebnis für den Verlauf des Turniers irrelevant ist. Vor dem Duell zwischen den Niederlanden und Nordmazedonien stehen die Oranjes in der Österreich-Gruppe C als Sieger und der EURO-Neuling als Letzter fest. Daher geht es für die Nordmazedonier um einen ehrenvollen Abschied, die Niederländer wollen in Hinblick auf das Achtelfinale Selbstvertrauen tanken.

Für Nordmazedoniens Altmeister Goran Pandev soll es der letzte Auftritt im Team werden. Der 37-jährige Kapitän stellte am Sonntagabend klar, dass er nach der EM seine Karriere in der Nationalmannschaft beenden werde. "Das ist für mich das letzte Spiel im Nationaltrikot. Ich glaube, dass es der richtige Moment ist, um zurückzutreten", sagte der 37-Jährige Genoa-Legionär, der beim Auftakt-1:3 gegen Österreich getroffen hatte. Er wird wohl überhaupt seine Profi-Karriere beenden. "Mein Vertrag in Genua ist ausgelaufen. Ich weiß noch nicht, wie es mit mir weiter geht. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass ich nicht mehr professionell spielen werde", erklärte Pandev.

Die Niederlande, Europameister von 1988, reisen in der Runde der letzten 16 nach Budapest. Gegner ist ein Gruppendritter, möglicherweise einer aus Pool F mit Frankreich, Deutschland und Portugal. Es droht also ein hochkarätiger Kontrahent, dennoch dürfte Teamchef Frank de Boer nach den Siegen über die Ukraine und Österreich nur minimal auf Rotation setzen.

Der Coach erklärte am Sonntag auf der Abschluss-Pressekonferenz, im Vergleich zum Österreich-Match nur zwei Positionen verändern zu wollen - um welche Positionen es sich handelt, ließ De Boer offen. Dafür machte er deutlich, dass das Oranje-Team auch gegen die Nordmazedonier im in den Niederlanden umstrittenen 5-3-2-System spielen wird.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Nordmazedonien - Niederlande

  • Amsterdam, Johan Cruijff ArenA, SR Kovacs/ROM
  • Nordmazedonien: 1 Dimitrijevski - 13 S. Ristovski, 14 Velkovski, 6 Musliu - 16 Nikolov, 5 Ademi, 20 Spirovski, 8 Alioski - 17 Bardhi - 10 Pandev, 21 Elmas
  • Niederlande: 1 Stekelenburg - 22 Dumfries, 17 Blind, 6 De Vrij, 3 De Ligt, 12 Van Aanholt - 14 Klaassen, 8 Wijnaldum, 21 F. de Jong - 18 Malen, 10 Depay

⚽ EM-Gruppe B: Russland - Dänemark, Finnland Belgien 21.00 Uhr

Belgien ist bereits durch, sonst ist in der Gruppe B für Russland, Finnland und Dänemark noch alles möglich. Auf dem Papier steht vor allem Dänemark als Tabellenletzter ohne Punkt kurz vor dem Aus bei der diesjährigen Fußball-EM. Trotzdem ist die Hoffnung groß und das Szenario nicht unrealistisch, dass die Dänen am letzten Vorrunden-Spieltag noch an Russland und Finnland vorbeiziehen.

Dass der Co-Gastgeber Dänemark nach zwei Niederlagen immer noch fest an sein Weiterkommen glaubt, hat vor allem etwas mit dem Faktor Heimvorteil zu tun. Denn auch das dritte und entscheidende Gruppenspiel am Montagabend gegen Russland (21.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) findet wieder in der Hauptstadt Kopenhagen statt. Einmal noch Gänsehaut-Atmosphäre, einmal noch eine Stimmung, über die der dänische Tormann Kasper Schmeichel sagen kann: "Es sollen nur 25.000 Zuschauer sein, aber es hört sich wie 75.000 an."

Das enge Parken Stadion ist der Ort, an dem während des ersten Spiels gegen Finnland (0:1) der dänische Spielmacher Christian Eriksen kollabierte. Und auch der Ort, an dem die dänischen Fans ihrer Mannschaft bei der letztlich unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Belgien eine hochemotionale Rückkehr bereiteten.

"Es ist unglaublich, dass wir nach den Leistungen, die wir in den ersten beiden Spielen gezeigt haben, noch ohne Punkte dastehen. Es liegt nun an uns, das zu ändern. Ich habe ein gutes Gefühl", sagte Teamchef Kasper Hjulmand. "Wir sind bereit für eine magische Nacht."

Eriksen hat mittlerweile das Krankenhaus verlassen und gleich danach seine Teamkollegen besucht. Mittelfeldmann Christian Nörgaard betonte: "Das gibt uns vor dem Russland-Spiel noch einmal einen großen Schub."

Dass Dänemark noch an sein Weiterkommen glaubt, hat aber auch mit dem kommenden Gegner zu tun. Zwar haben die Russen nach dem 1:0-Heimsieg über Finnland den Dänen voraus, dass sie ihr Weiterkommen selbst regeln können, doch so spielfreudig wie noch bei der Heim-WM präsentiert sich die vom ehemaligen FC-Wacker-Goalie Stanislaw Tschertschessow betreute "Sbornaja" nicht. Mittelstürmer Artjom Dsjuba ist aber immer für ein Tor gut, sein nächstes würde ihn mit Russlands Rekordtorschützen Alexander Kerschakow (30 Tore) gleichziehen lassen.

Ein Sieg gegen Russland und eine finnische Niederlage mit mehr als einem Tor Abstand zeitgleich gegen Belgien würden für den Europameister von 1992 noch den Sprung auf Platz zwei und die Qualifikation für das Achtelfinale bedeuten.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Russland - Dänemark

  • Kopenhagen, Parken Stadion, SR Turpin/FRA
  • Russland: 16 Safonow - 2 Fernandes, 3 Diweew, 14 Dschikia, 23 Kusjajew - 11 Sobnin, 8 Barinow, 7 Osdojew - 15 Mirantschuk, 22 Dsjuba, 17 Golowin
  • Dänemark: 1 Schmeichel - 18 Wass, 4 Kjaer, 6 Christensen, 5 Maehle - 15 Nörgaard, 23 Höjbjerg, 8 Delaney - 20 Poulsen, 19 Wind, 9 Braithwaite

Schon ein Punkt garantiert Belgien den Gruppensieg. Der Weltranglisten-Erste wird das Spiel gegen Finnland nutzen, um seinen zuletzt angeschlagenen Stars Spielpraxis zu geben. Kapitän Eden Hazard, Kevin de Bruyne und Axel Witsel werden in der Startelf stehen, verriet Trainer Roberto Martinez.

Hazard, der 2018 Belgiens überragender Spieler auf dem Weg zu WM-Rang drei gewesen war, ist laut Martinez wieder fast der Alte. "Lange Zeit hat sein Körper immer wieder Reaktionen gezeigt. Aber das ist jetzt vorbei. Ich sehe ihn befreit. Er ist körperlich wieder stark", sagte Martinez über seinen Star von Real Madrid, der gegen Dänemark (2:1) zuletzt gemeinsam mit De Bruyne in der Jokerrolle überzeugte. Bruder Thorgan Hazard wird gegen Finnland wegen einer Knieblessur fehlen.

Der Gegner sieht "das größte Spiel der finnischen Fußball-Geschichte" auf sich zukommen, wie Teamchef Markku Kanerva sagte. Als großer Außenseiter ins Turnier gestartet, ist für den EM-Neuling nach dem 1:0-Sieg gegen Dänemark und dem 0:1 gegen Russland der Gruppensieg genauso möglich wie ein Ausscheiden auf Platz vier.

Die Spieler glauben an die Achtelfinal-Chance. "Wir haben schon vor dem Turnier gesagt, dass wir hierher gehören. Und unser Ziel bleibt weiter, das Turnier fortzusetzen. Wir haben im letzten Spiel alles dazu in der Hand", sagte der Mittelfeldspieler Rob Lod. Kanerva hielt fest: "Ein Remis reicht uns wahrscheinlich für den Aufstieg. Der große Traum ist in unseren eigenen Händen. Es ist schön, dass wir diese Chance haben."

📊 Mögliche Aufstellungen bei Finnland - Belgien

  • St. Petersburg, St. Petersburg Stadion, SR Felix Brych/GER
  • Finnland: 1 Hradecky - 4 Toivio, 2 Arajuuri, 3 O'Shaughnessy - 22 Raitala, 14 Sparv, 8 Lod, 6 Kamara, 18 Uronen - 20 Pohjanpalo, 10 Pukki
  • Belgien: 1 Courtois - 2 Alderweireld, 18 Denayer, 5 Vertonghen - 15 Meunier, 7 De Bryune, 6 Witsel, 11 Carrasco - 22 Chadli, 9 Lukaku, 10 E. Hazard

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