Türkisches Verfassungsgericht nahm Verbotsklage gegen HDP an

Das Verfassungsgericht hat einen Verbotsantrag gegen die zweitgrößte Oppositionspartei in der Türkei angenommen. Präsident Erdogan wirft der HDP vor, der verlängerte Arm der PKK zu sein.

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Die prokurdische HDP ist Staatschef Erdogan ein Dorn im Auge.
© Tunahan Turhan via www.imago-images.de

Istanbul – Das türkische Verfassungsgericht hat einen Verbotsantrag gegen die prokurdische Oppositionspartei HDP angenommen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.

Die HDP ist die zweitgrößte Oppositionspartei im Parlament. Sie hatte bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vor drei Jahren 11,7 Prozent der Stimmen erhalten. Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der HDP vor, der verlängerte Arm der PKK zu sein, die in der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation gilt. Die HDP weist das zurück.

Die Generalstaatsanwaltschaft des Obersten Gerichtshofs hatte Anfang Juni eine überarbeitete Klage zum Verbot der HDP beim Verfassungsgericht eingereicht. Ein erster Anlauf im März war wegen formaler Mängel gescheitert.

In einer rund 850 Seiten langen Anklageschrift wird laut Anadolu der Partei unter anderem Separatismus vorgeworfen. Neben einem dauerhaften Verbot der Partei verlangt die Staatsanwaltschaft demnach ein Politikverbot für rund 500 Personen. Der Partei drohe zudem die Sperrung ihres Bankkontos. Weitere Details sind noch nicht bekannt - der HDP wurde die überarbeitete Anklageschrift nach eigenen Angaben noch nicht zugestellt. (dpa)


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