Jetzt wartet Italien auf das ÖFB-Team: „Wir sind hier, um zu träumen“

Mit einem hochverdienten 1:0-Sieg über die Ukraine löste das ÖFB-Team erstmals ein EM-Achtelfinal-Ticket. Am Samstag (21 Uhr/live TT.com-Ticker) steigt im Londoner Wembley-Stadion der Klassiker gegen Mitfavorit Italien.

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London calling! Die EM-Reise Österreichs geht im Wembley gegen Italien weiter.
© DANIEL MIHAILESCU

Von Alex Gruber

Bukarest – „Wahnsinn. Wir haben Geschichte geschrieben, aber die Geschichte ist noch nicht vorbei“, diktierte Österreichs Goldtorschütze Christoph Baumgartner, der am Montag mit „Schädlweh“ früh vom Feld musste, nach dem Schlusspfiff: „Ich kann es noch gar nicht realisieren. Wir hatten alle eine schwere Zeit mit dem Corona-Dreck. Ich freue mich für ganz Österreich.“

Schon die Anfangsminuten in veränderter taktischer Ausrichtung, mit David Alaba links hinten in der Viererkette und einem bärenstarken Florian Grillitsch als „Sechser“, zeigte, dass Österreich scharf ist. Mit hohem Pressing und aggressiv gegen den Ball beherrschte die rot-weiß-rote Auswahl mit einer starken Mittelfeldformation nicht nur das Zentrum, sondern kam auch über Außen durch.

Nach ersten Annäherungsversuchen und drei Ecken in den ersten zehn Minuten war es beim vierten Corner so weit: Baumgartner drückte eine Alaba-Flanke mit der Sohle zum 1:0 (21.) über die Linie. Bei der einzigen Torgelegenheit der Ukraine, einem Schuss von Schaparenko, war Goalie Daniel Bachmann auf dem Posten (29.). Dann prüfte Konrad Laimer Ukraine-Schlussmann Buschtschan (37.). Nach einem Bilderbuchkonter über Marcel Sabitzer und den eingewechselten Ötztaler Alessandro Schöpf hätte Marko Arnautovic bei seinem Startelf-Comeback das 2:0 (42.) machen müssen, verfehlte aber das Ziel. In der Nachspielzeit ließ „Arnie“ nach Sabitzer-Vorlage eine weitere gute Gelegenheit aus.

Der „Rest“ in Halbzeit zwei ist schnell erzählt. Die ÖFB-Elf spielte mit einer blitzsauberen Defensivleistung und immer wieder guten Entlastungsangriffen den Sieg souverän nach Hause, Bachmann musste nur bei einem Lainer-Kopfball aufs eigene Gehäuse (58.) noch einmal rettend eingreifen.

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Teamchef Foda schwärmt vom Gesamtwerk

Kein Wunder, dass Teamchef Franco Foda nach dem Schlusspfiff freudestrahlend vor das Mikro trat: „Fantastisch wie entschlossen, wie mutig und mit wie viel Überzeugung wir gespielt haben. Es gibt sehr, sehr wenig auszusetzen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und möchte mich bei allen Mitarbeitern des ÖFB für die perfekte Organisation bedanken. Es war ein Gesamtwerk“, blickte Foda in der Stunde des Triumphs über das Geschehen am grünen Rasen hinaus. Oder emotional gesprochen: „Wir haben ja letztendlich für das ganze Land gespielt und wir haben auch die Fans belohnt.“

Italien, wir kommen. „Sie haben schon ewig (30 Spiele; Anm.) nicht mehr verloren, aber irgendwann kommt der Punkt. Im ersten Eindruck scheint es unmöglich, zu gewinnen, im Fußball ist aber alles möglich. Und natürlich wollen wir jetzt ins Viertelfinale“, schloss Foda mit familiären Grüßen nach Hause.

„Überragend war unsere Einstellung und Mentalität, wie wir auf den Platz gegangen sind, in jeder Minute, in jedem Zweikampf. Wir wollten es unbedingt und jetzt sind wir sehr glücklich“, strahlte Kapitän David Alaba, während Keeper Daniel Bachmann mit dem Brustton der Überzeugung ergänzte: „Ich finde, wir haben grundlegend eine überragende Leistung gebracht. So können wir gegen jeden Gegner gefährlich sein.“

Arnautovic – „Ich bin überglücklich, aber kann fast nicht mehr stehen“ – spürte noch seine Verletzungspause und will erst einmal „regenerieren“, bevor er sich den Italienern widmet. Mit einem schönen Alaba-Zitat – „Wir sind hier, um zu träumen“ – geht die EURO in Rot-Weiß-Rot zumindest eine Runde weiter.

⚽ EM-Gruppe C: Ukraine - Österreich 0:1 (0:1)

Bukarest, Arena Nationala, 10.472 Zuschauer, SR Cakir (TUR)

  • Tor: 0:1 (21.) Baumgartner
  • Ukraine: Buschtschan - Karawajew, Sabarnyj, Matwijenko, Mykolenko (85. Bjessjedin) - Schaparenko (68. Marlos), Sydortschuk, Sintschenko - Jarmolenko, Jaremtschuk, Malinowskyj (46. Zyhankow)
  • Österreich: Bachmann - Lainer, Dragovic, Hinteregger, Alaba - Grillitsch - Laimer (72. Ilsanker), X. Schlager, Sabitzer, Baumgartner (32. Schöpf) - Arnautovic (90. Kalajdzic)
  • Gelbe Karten: keine

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