150 Jahre lang transportierte die Südbahn auch den Aufschwung

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Die restaurierte Dampflokomotive weist zum Eisenbahn-Museum im ehemaligen Heizhaus (rechts) hin.
© Blassnig

Lienz – Wer weiß, welche Entwicklung das Ost- und Südtiroler Pustertal genommen hätte, wäre nicht im Jahr 1871 die Südbahnstrecke Villach-Lienz-Franzensfeste in Betrieb genommen worden. Die Wirtschaft profitierte entlang der Strecke jedenfalls enorm, und die Stadt Lienz mit ihren 2000 Einwohnern konnte diese Zahl in den folgenden 40 Jahren gleich verdreifachen. Allein im Berufsstand der Eisenbahner zählte man alsbald 800 Bedienstete.

Am Samstag, 26. Juni, feiert der Verein der Eisenbahnfreunde Lienz (EBFL) ab 10 Uhr nicht nur das 150-Jahr-Jubiläum der Streckeneröffnung, sondern auch sein 40-jähriges Bestehen. 550 aktive Mitglieder zählt der Verein aktuell. Für Instandsetzungen und so genannte „Arbeitstage“ an den Exponaten von Tirols einzigem Eisenbahnmuseum folgen dem Ruf der Lienzer bei Bedarf Begeisterte aus ganz Österreich und den Nachbarländern. Eine Dampflokomotive mit der Nummer 77.244, die der Verein vor neun Jahren in Wien erstanden und nach Lienz überstellt hat, konnte so in ehrenamtlicher Arbeit aufbereitet werden und schmückt seit einigen Tagen den Vorplatz südlich des Lienzer Bahnhofes, den die ÖBB noch bis Jahresende zum Mobilitätszentrum umbauen. „Wir erhoffen uns von diesem neuen Wahrzeichen noch mehr Aufmerksamkeit für unser Museum, das den Sommer über wieder täglich geöffnet hat“, erklärt EBFL-Vertreter Karl Notdurfter. Die historische Dampfmaschine soll bis auf die Winterzeit künftig auf dem Drehkreuz ausgestellt bleiben. Das Drehkreuz selbst steht übrigens wie auch das ehemalige Heizhaus der Südbahn in Lienz unter Denkmalschutz. Die Vereinsmitglieder empfehlen zum Besuch des Museums eine rechtzeitige Kontaktaufnahme, damit genügend Führungen angeboten werden können. Eine Führung dauert rund eineinhalb Stunden. „Wir erläutern dabei nicht nur unsere Ausstellungsstücke und zeigen zahlreiche historische Schienenfahrzeuge, sondern wissen auch aus dem Leben der Eisenbahner zu berichten“, sagt Notdurfter.

Zum Festakt spielt die Eisenbahner Stadtkapelle, als Rednerin ist unter anderem die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik angekündigt. Martin Kofler, Leiter des Tiroler Photoarchives (TAP) in Lienz, stellt seinen Bildband „Südbahn-Heizhaus. Vom Bahnbau in Lienz 1869/71 bis zur Gegenwart“ vor. (bcp)


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