ÖFB-Keeper Bachmann ist überzeugt: „Im Elferschießen kommen wir weiter"

Der England-Legionär verwies vor dem Achtelfinale gegen Italien auf seine starke Bilanz. Für den englischen Zweitligisten Watford, mit dem er in die Premier League aufgestiegen ist, entschärfte Bachmann in der vergangenen Saison vier von sieben Elfmetern.

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Daniel Bachmann will seinen Kasten auch gegen Italien sauber halten.
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Wien - Österreichs Fußball-Nationaltorhüter Daniel Bachmann geht mit einer breiten Brust ins EM-Achtelfinale gegen den Favoriten Italien. Der 25-Jährige verwies vor dem Duell am Samstag (21.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) in London unter anderem auf seine starke Elfmeter-Bilanz.

Ich traue mir sagen: Wenn wir ins Elferschießen kommen, kommen wir weiter.
Daniel Bachmann

Für den englischen Zweitligisten Watford, mit dem er in die Premier League aufgestiegen ist, entschärfte Bachmann in der vergangenen Saison vier von sieben Elfmetern - drei davon im FA-Cup gegen den Drittligisten Oxford United. Auch im EM-Gruppenspiel gegen die Niederlande (0:2) war der Niederösterreicher im richtigen Eck, erreichte den Versuch von Memphis Depay aber nicht ganz. Er achte stets auf das Anlaufverhalten und die Bewegungen der gegnerischen Schützen. "Man muss aber auch sagen: Bei einem Elfer kommt für den Tormann auch immer viel, viel Glück dazu."

Grundsätzlich bereite er sich immer auf die drei Akteure jedes Gegners vor, die während eines Spiels für die Ausführung infrage kommen. Sollte es gegen Italien tatsächlich in ein Elferschießen gehen, das erste in der Geschichte des ÖFB-Teams in einem Pflichtspiel, hätte Bachmann davor noch etwas Zeit. "Dann haben wir noch etwas extra." Tormanntrainer Robert Almer, 2016 selbst Österreichs EM-Keeper, dürfte dann mit einem Zettel ausrücken.

"Wir werden aber versuchen, das Spiel in 90 Minuten zu gewinnen - nicht in 120 oder länger", betonte Bachmann. Er werde probieren, erneut zu Null zu spielen. In fünf Länderspielen ist ihm das bisher zweimal gelungen, darunter am Montag im entscheidenden Gruppenspiel gegen die Ukraine (1:0). "Defensiv haben wir kaum Chancen zugelassen. Klar, wir spielen gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Aber wir sind auch eine sehr, sehr gute Mannschaft, wie man am Montag gesehen hat."

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Die im Turnier bisher so überzeugende italienische Offensivreihe mit Lorenzo Insigne, Ciro Immobile und Domenico Berardi flößt Bachmann keinen übergebührlichen Respekt ein. "Man weiß, dass die Weltklassespieler sind - aber wir haben auch Topspieler in der Defensive wie in der Offensive. Es ist ja nicht so, dass wir da mit irgendeiner Truppe zu dem Spiel fahren. Wir können sicher jeder Nation Probleme bereiten."

Der Aufgabe sei man sich bewusst - dafür müsse man laut Bachmann nur einen Blick auf die Statistik werfen. Ihre vergangenen elf Partien haben die Italiener allesamt zu Null gewonnen, mit einem Torverhältnis von 32:0. "Die werden aber auch wieder einmal ein Spiel verlieren", sagte der ÖFB-Torhüter. "Die werden auch nicht bis zum Ende der Zeit ungeschlagen bleiben. Wir werden versuchen, die Mannschaft zu sein, die sie wieder schlägt." Der Druck scheint beim Favoriten zu liegen. "Wir können das Spiel genießen", meinte Bachmann. "Wir können da befreit aufspielen und versuchen, ihnen das Leben schwer zu machen."

Als Kind sei er regelmäßig in Italien auf Urlaub gewesen. Bei der WM 2006 habe er dem späteren Weltmeister die Daumen gedrückt. "Das wird jetzt nicht so sein." Der England-Legionär hat laut eigenen Angaben rund 25 Tickets für das Match in Wembley reserviert, zu dem laut aktuellem Stand keine Fans aus Österreich einreisen dürfen - neben Engländern auch für einige Italiener.

Watfords Besitzer Gino Pozzo, Sportdirektor Cristiano Giaretta und Tormanntrainer Antonello Brambilla stammen allesamt aus Italien. Sie würden aber zum Spiel kommen, um ihn zu unterstützen. "Sie freuen sich irrsinnig, weil es für den Verein auch etwas Tolles ist, dass ich ihn im Achtelfinale einer EURO vertrete." Laut Bachmann soll es für das ÖFB-Team noch weiter gehen. "Wir haben eine Riesenbrust jetzt nach der Leistung gegen die Ukraine." Er ganz besonders. (APA)


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