Photovoltaik-Installation: „Innsbruck hat jetzt zwei Goldene Dachln“

Kaiser Maximilians Prunkdachl hat Konkurrenz bekommen: Eine Installation mit Photovoltaik soll erneuerbare Energie in den Fokus rücken.

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Je nach Lichteinstrahlung und -brechung funkelt das golden bedampfte Photovoltaik-Dachl in diversen Farbtönen. LHStv. Josef Geisler, Bruno Oberhuber (Energie Tirol) und BM Georg Willi (v. l.) bei der Einweihung.
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Von Eva-Maria Fankhauser

Innsbruck – In der Innsbrucker Innenstadt zieht seit gestern nicht mehr nur ein Goldenes Dachl alle Blicke auf sich, sondern nun auch ein zweites, neues. In der Maria-Theresien-Straße wurde eine Holzkonstruktion errichtet, die wie ein Durchgang in die Altstadt führt. Das Dach besteht aus einer Photovoltaik-Anlage. Aber keiner gewöhnlichen: „Die golden bedampften PV-Module sind eine Spezialanfertigung und sollen auf die Wichtigkeit der erneuerbaren Energieressource aufmerksam machen“, erklärt Bruno Oberhuber, Geschäftsführer der Energie Tirol.

Gemeinsam mit der Stadt Innsbruck, den Innsbrucker Kommunalbetrieben und dem Land entstand unter dem Motto „Aus Gold und Sonne wird Strom“ diese Installation. „Ich finde, das ist eine tolle Idee. Wir haben jetzt zwei Goldene Dachln – eines aus der Vergangenheit und eines für die Zukunft“, sagt BM Georg Willi. Er hofft, dass man damit vor allem bei privaten Bauherren und Investoren eine Lanze für mehr Sonnenenergie brechen kann. Laut ihm gibt es in Innsbruck rund 2350 Sonnenstunden pro Jahr. „Es ist ein enormes Solarenergie-Potenzial in Tirol und speziell in Innsbruck vorhanden. Auf acht von zehn Dächern wäre eine Anlage machbar“, sagt VBM Hannes Anzengruber.

Wenn es nach LHStv. Josef Geisler geht, sollten „nahezu alle zur Energieproduktion geeigneten Dachflächen in Tirol mit PV-Anlagen bestückt werden“. Für ihn ist das Goldene Photovoltaik-Dachl ein Signal, den Plan für Tirols Ausstieg aus fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern weiter voranzutreiben. „Wir stellen in dieser Form unseren Energiereichtum dar und aus Sonne wird Gold“, sagt Geisler.

Laut Helmuth Müller (IKB) wolle man mit dem Projekt mehr Bewusstsein für die Sonnenenergie schaffen. Daher hat sich Architekt Christian Höller für die Installation an einem Baum orientiert. Die Krone besteht aus Sonnenkollektoren, darunter findet man Schatten und zwischen verzweigten Holzstützen ist Platz zum Verweilen. Die gewonnene Energie wird in einem Akku gespeichert und zur Beleuchtung am Abend sowie als gratis Handyladestation genutzt. „Energieeffizient und nachhaltig bauen, darum geht’s“, sagt Matthias Marth, Geschäftsführer der Landesinnung Bau. Neben ökologischen Baumaterialien müsse man auch vermehrt auf erneuerbare Energien setzen.

Bis 2. August bleibt das Dachl in Innsbruck. Danach ist ein Gastspiel in Kufstein geplant, bevor es einen langfristigen Platz in der Landeshauptstadt erhält. In den nächsten Wochen sind zudem Aktionen rund ums moderne Goldene Dachl geplant.


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