Millionen kleine Schritte zurück in die Normalität

Mit dem Tiroler Kinder- und Frauenlauf gibt der Laufsport in Tirol ab heute sein Comeback im Großformat. Es soll mehr als nur ein Zeichen sein.

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Bilder aus besseren Tagen: Der Tiroler Frauenlauf will am Samstag in Innsbruck langsam wieder an alte Zeiten anknüpfen.
© Laufwerkstatt

Von Roman Stelzl

Innsbruck – Mehr als 600 Kinder bei einem Lauf – es sind Zahlen, bei denen schon zu „normalen“ Zeiten die Augen vieler Veranstalter leuchten würden. Dass es nun aber in schwierigen Tagen wie diesen eine solche Marke beim heutigen Tiroler Kinderlauf geben soll, ist gleichermaßen beeindruckend wie richtungsweisend.

„Wir wollen zeigen, dass es ein Leben und ein Freizeitangebot gibt“, sagt Organisator Alexander Pittl, „es ist ein enormer Mehraufwand, aber uns ist wichtig, dass die Leute was tun können.“ Und dieses Tun teilt sich in diesem Jahr gleich auf drei Tage auf: Der Kinderlauf ist der Startschuss für das schon traditionelle Wochenende rund um den Frauenlauf (morgen), der vor der Corona-Pandemie noch über 3000 Damen anlockte. Als Zuckerguss gibt es (geschlechterneutral) am Sonntag den ersten „Tirol läuft“-Halbmarathon, bei dem neben den 21,1 Kilometern auch die 10 km warten.

Insgesamt sind 1600 Teilnehmer dabei, eine Nachmeldung am Lauftag selbst ist heuer nicht möglich. Auch wenn Pittl in starken Jahren weit mehr Beine auf den Straßen Innsbrucks zählen darf, zeigt sich der Organisator der Laufwerkstatt zufrieden. „Es ist ein bisschen weniger als sonst, aber für einen Start ist das in Ordnung“, sagt Pittl.

Imposante Kulisse am Wilden Kaiser beim Kaiserkrone Trail.
© Meisl

Wie schon beim Innsbruck Alpine Trailrun Festival sowie dem Frauenlauf im Vorjahr wagte sein Team den schwierigen Schritt weg vom Nein und hin zum Ja – mit dem Resultat, dass nun Millionen von (Lauf-)Schritten den Weg zurück zur Normalität weisen. Denn gerade in dieser Größenordnung an Startern ist das Lauf-Wochenende in Zeiten der niedrige(re)n Infektionszahlen in einer Vorreiter-Position. Und das, obwohl nur wenige Tage zu den angekündigten Öffnungsschritten am 1. Juli fehlen, die vieles leichter machen würden.

Gestartet wird in Gruppen von 50 Leuten, mit bekannter 3-G-Regel und Tracking mittels Matten sowie einem Präventions-Konzept soll das Risiko wieder minimiert werden.

Mehr Schweiß wird hingegen morgen rund um den Wilden Kaiser fließen. Beim Kaiserkrone Trail sind die Trailrunner (und neuerdings auch Skyrunner) auf verschiedenen Distanzen gefordert. Die längste und landschaftlich wohl beeindruckendste führt am Marathon-Trail auf gut 56 Kilometern und 3800 Höhenmetern rund um das markante Massiv der Kitzbüheler Alpen. Hochklassige Action verspricht die Erstauflage des „Kaiserkrone Skyrace“, das als Teil der Skyrunner World Series Topläufer aus der ganzen Welt anlockt.


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