Nach Maskenstreit sieht Bus-Fahrgast „verkehrte Welt“

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In diesem Bus der Linie R kam es zum Konflikt: Nachdem ein Fahrgast einen Jugendlichen zum Masketragen aufgefordert hatte, soll der Busfahrer den Mann – nicht den Jugendlichen – zur Rede gestellt haben.
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Innsbruck – „Zivilcourage ist anscheinend nicht mehr gefragt“, ärgert sich ein Innsbrucker Öffi-Fahrgast. Der Mann war am Donnerstag gegen 16.30 Uhr in einem IVB-Bus der Linie R unterwegs, als er einen Jugendlichen bemerkte, der sich nicht an die FFP2-Maskenpflicht hielt. Seiner Aufforderung, die (vorhandene) Maske aufzusetzen, sei der Jugendliche schließlich widerwillig nachgekommen.

An der Haltestelle Bundesbahndirektion fühlte sich der Passagier, der zur Risikogruppe gehört, aber plötzlich in einer „verkehrten Welt“: „Der Busfahrer hielt an, stand auf und meinte in schroffem Tonfall, dass es mich nichts angehe, ob der junge Mann eine Maske trägt.“ Dann habe ihn der Fahrer gar dazu aufgefordert, den Bus zu verlassen – andernfalls würde er die Polizei rufen. Ihm selbst wäre das recht gewesen, so der Fahrgast weiter, doch der Fahrer habe die Beamten dann doch nicht verständigt. „Es dürfte ihm bewusst geworden sein, dass er gegen die gesetzlichen Bestimmungen und die Vorgaben seines eigenen Arbeitgebers handelte.“ Dafür habe der Lenker seinen Unmut über den Fahrgast dann via internen Funk ausgelassen.

IVB-Geschäftsführer Martin Baltes erklärte gestern, zum konkreten Vorfall noch nichts sagen zu können. Er müsse erst das Gespräch mit dem Fahrer suchen, um dessen Sicht der Dinge zu hören.

Auf die Maskenpflicht weise man mit Durchsagen und Hinweisen im Fahrzeug hin, sagt Baltes. Bislang seien die Fahrgäste sehr diszipliniert gewesen, weshalb man auch kein eigenes Personal zur Kontrolle der Maskenpflicht mehr einsetze. Doch auch ihm falle nun zunehmende Maskenmüdigkeit auf. Fahrgästen, die Verstöße gegen die Maskenpflicht wahrnehmen, rät er, andere Passagiere nicht gleich zu maßregeln, sondern zunächst nach dem Grund zu fragen – es könnte ja auch eine Befreiung von der Maskenpflicht vorliegen – und sich eventuell einige Schritte wegzubewegen. Die dritte Möglichkeit sei dann, den Fahrer um Unterstützung zu bitten, dieser könne gegebenenfalls die Polizei verständigen. (md)

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