Nach 45 Jahren neue Fahrbahn im Arlbergtunnel

Zwei sechsmonatige Sperren ab Mai 2022 und 2023 sind nötig. Asfinag hat Investitionspaket im Volumen von 63 Mio. Euro geschnürt.

  • Artikel
  • Diskussion (2)
Der Arlbergtunnel muss 2022 und 2023 jeweils ab Mai für rund sechs Monate gesperrt werden.
© Wenzel

St. Anton am Arlberg – Nach 2015 und 2017, als der Arlbergtunnel jeweils mehrere Monate gesperrt werden musste, startet im Mai 2022 das zweite große Sanierungspaket. „Wer durch den Tunnel fährt, weiß es: Die fast 45 Jahre alte Fahrbahn ist holprig geworden“, sagte Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele am Freitag in der Betriebszentrale in St. Jakob.

An einer Belagserneuerung führe kein Weg vorbei. Daher müssten die Ampeln an der Einfahrt zur 14 Kilometer langen Röhre 2022 und auch ab Mai 2023 jeweils für rund sechs Monate auf Rot gestellt werden. „Wir haben dazu Gespräche mit vielen Partnern geführt und positive Reaktionen bekommen“, so Siegele. Das Verkehrskonzept, das sich bei den Sperren 2015 und 2017 bewährt habe, könne mit einigen Adaptierungen neuerlich umgesetzt werden.

Für die Auto- und Motorradfahrer bedeutet das abermals eine Umleitung über die Arlbergpassstraße (1800 m). Lkw bzw. Sattelfahrzeuge, die im klar definierten Ziel- und Quellverkehr unterwegs sind, dürfen die Passstraße nutzen. Alle anderen hingegen müssten großräumige Umleitungen in Kauf nehmen.

In besonderer Weise betroffen sind die Anrainergemeinden St. Anton am Arlberg und Klösterle. Sie müssen den Verkehr (durchschnittlich 8500 Fahrzeuge), der sonst durch den Tunnel rollen würde, zusätzlich schlucken – macht in Summe rund 14.000 Fahrzeuge täglich.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

„Wir sind gut vorbereitet. Die Sicherheit hat absoluten Vorrang“, versicherte St. Antons Bürgermeister Helmut Mall. Für Unfälle auf der Passstraße seien Rettung und Feuerwehr ebenfalls gerüstet. Für den Tourismus müsse man mit einigen Einschränkungen rechnen, sagte Mall. Der bewährte Busshuttledienst für Radfahrer, die über den Pass wollen, werde wieder eingerichtet.

Umfassende Verkehrsinformation „auf allen Kanälen“ werde ebenso nötig sein wie der verstärkte Einsatz der Exekutive, hob der Bürgermeister von Klösterle, Florian Morscher, hervor.

Man habe ein Sanierungspaket im Volumen von 63 Mio. Euro geschnürt, schilderte Andreas Fromm vom Asfinag-Baumanagement. Im Tunnel müsse man 23.500 Kubikmeter Beton abtragen, bevor eine neue Fahrbahnbeschichtung aufgetragen werden kann. Gearbeitet werde rund um die Uhr, auch am Wochenende. „Nach der Sanierung wird der Tunnel heller sein“, sagte Fromm. (hwe)


Kommentieren


Schlagworte