Vorwürfe gegen Tiroler Sozialeinrichtung: „Land muss Fall ,Netz‘ aufarbeiten“

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Jugendliche in Not werden in Tirol von 37 Einrichtungen betreut, die im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten.
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Innsbruck – Vor mehr als drei Monaten wurden Vorwürfe gegen die Tiroler Sozialeinrichtung „Netz“ laut, die im Auftrag der Tiroler Kinder- und Jugendhilfe (KiJu) suchtkranke Jugendliche betreut (die TT berichtete). Gegenüber der Tiroler Tageszeitung kündigte die zuständige Landesrätin Gabriele Fischer (Grüne) daraufhin an, die Einrichtung finanziell und inhaltlich zu prüfen, die als Einzelunternehmen vom Psychologen Gerald Thurnher geführt wird. Es ging dabei u. a. um die Frage, ob Jugendliche in Notlage in einer Wohnung untergebracht werden, die der Immobilienfirma Ikarus gehört, bei der Thurnher als Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter fungiert.

Vorgeworfen wird Thurnher zudem, dass das „Netz“ als Einzelunternehmen geführt wird und daher prinzipiell gewinnbringend arbeiten muss. In der nun vorliegenden schriftlichen Anfragebeantwortung an die Jugendsprecherin der Tiroler SPÖ, Elisabeth Fleischanderl, gibt es keine Prüfergebnisse. Laut LR Fischer ist „die fachliche Prüfung noch nicht zur Gänze abgeschlossen“. Auch gegenüber der Tiroler Tageszeitung heißt es vom Büro Fischer: „Die umfassende Prüfung läuft noch.“

Fleischanderl zeigt sich nicht zufrieden: „Trotz Anfragebeantwortung bleiben Fragen offen. Weder die Anstellungsverhältnisse der Mitarbeiter, noch die wirtschaftliche Gebarung des Unternehmens wurden bislang final geprüft. Das ist in einem so sensiblen Bereich wie der Kinder- und Jugendhilfe aus meiner Sicht inakzeptabel. Es ist Aufgabe des Landes, den Fall ,Netz‘ umfassend und transparent für alle Tiroler aufzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass das Land bei der Auswahl von Partnern in Zukunft besser hinschaut.“ (wa)

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