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TT-Analyse: Haftung von Kindern nur in Ausnahmefällen

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Reinhard Fellner

Analyse

Von Reinhard Fellner

Die Verrechtlichung der Gesellschaft schreitet fort – es gibt kaum noch etwas, was nicht Grund einer Klage sein könnte. Dies muss keinesfalls mit unlauteren Motiven zusammenhängen. So haben heutzutage beispielsweise auch gesundheitliche Dauerschäden ein ganz anderes Gewicht. Therapeutische Maßnahmen, medizinische Langzeitfolgen oder Invalidität können über die Jahre Unsummen verschlingen. Derart schaffte es jetzt auch ein Stockwurf unter Acht- und Neunjährigen bis zum Obersten Gerichtshof.

Ein Neunjähriger wurde dabei schwer am Auge verletzt – die Eltern hofften auf Schadenersatz durch die Familien-Haftpflichtversicherung. Diese verweigerte aber die Deckung. Auch die Höchstrichter verneinten ein vorwerfbares Verschulden des noch lange deliktsunfähigen Kindes (Vollendung 14. Lebensjahr). Demnach könne ein Achtjähriger, der sich auch noch bedroht fühlt, die möglichen Folgen eines Stockwurfs nicht realistisch einschätzen.


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