Tour-Renndirektor weist Kritik nach Stürzen zurück, Fahrer mit Protestaktion

Es sei immer schwieriger, geeignete Zielorte zu finden, sagte Thierry Gouvenou. Vor zehn Jahren habe es verkehrsbedingt noch 1100 gefährliche Punkte bei der Tour gegeben, mittlerweile sei diese Zahl auf 2300 gestiegen. Die Radprofis protestieren am Dienstag. Einigkeit herrschte dabei allerdings nicht.

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Sprintstar Caleb Ewan zog sich bei diesem Sturz einen Schlüsselbeinbruch zu und schied aus der Tour aus.
© BENOIT TESSIER

Paris – Renndirektor Thierry Gouvenou hat die Kritik an der Streckenführung der 108. Tour de France zurückgewiesen. „Es ist immer einfach zu sagen, dass es gefährlich ist, aber man muss erkennen, dass es immer schwieriger wird, Zielorte zu finden“, sagte Gouvenou der Sportzeitung L‘Equipe mit Blick auf die schlimmen Stürze auf der dritten Etappe am Montag.

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„Für diese Etappe mussten wir Lorient, Lanester, Hennebont und Plouay von der Liste streichen, was uns zu gefährlich erschien. Wir haben keine mittelgroße Stadt mehr ohne Verkehrsinsel, Kreisverkehr oder Verengung“, so Gouvenou. Vor zehn Jahren habe es bei der Tour de France 1100 gefährliche Punkte gegeben. „In diesem Jahr sind wir bei 2300.“

Die Fahrer protestierten am Dienstag. Etwa 900 Meter nach dem Start der 4. Etappe von Redon nach Fougeres hielt das Peloton für gut eine Minute an, ehe es in sehr langsamer Fahrt weiterging. Allerdings wurde in den Szenen auch klar, dass im Feld keine Einigkeit herrscht. Eigentlich war geplant, direkt bei Kilometer null anzuhalten, doch die Fahrer an der Spitze um den Franzosen Julian Alaphilippe fuhren nach der neutralisierten Phase langsam weiter. Erst als der deutsche Sprinter Andre Greipel und sein Teamkollege Rick Zabel sich an die Spitze des Feldes setzten, wurde angehalten.

Am Montag hatte es am Ende der Etappe mehrere Stürze gegeben. Dabei erwischte es auch den slowenischen Vorjahreszweiten Primoz Roglic, der mit Schmerzen am Steißbein und einem Rückstand von über einer Minute das Ziel erreichte. Der australische Topsprinter Caleb Ewan ging im Schluss-Sprint zu Boden und erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Zuvor hatte sich der britische Ex-Sieger Geraint Thomas die Schulter ausgekugelt. (dpa)


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