„Ich bin kein Künstler, ich bin Maler“: Tadeusz-Bilder in Galerie Rhomberg

Innsbruck-Premiere: Großformatiges von Norbert Tadeusz in der Innsbrucker Galerie Rhomberg.

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Diesen „Akt auf gelben Fliesen“ hat Norbert Tadeusz 1972 in Öl auf eine 140 mal 95 Zentimeter große Leinwand gemalt.
© Galerie Rhomberg

Von Edith Schlocker

Innsbruck – „Ich bin kein Künstler, ich bin Maler“, hat Norbert Tadeusz von sich selbst gesagt. Ein Satz, der seinem Lehrer an der Düsseldorfer Kunstakademie Joseph Beuys wahrscheinlich nicht gefallen hätte, war er bekanntlich doch der Meinung, jeder Mensch sei ein Künstler. Aber auch die Kunst, die der gebürtige Düsseldorfer gemacht hat, der vor zehn Jahren im Alter von 71 Jahren gestorben ist, dürfte wahrscheinlich nicht so ganz nach dem Geschmack seines schillernden Lehrmeisters gewesen sein.

Ist die Malerei von Tadeusz doch eine realistische, von kräftigen Farben dominierte, in mäßiger Expressivität gern auf großen Leinwänden ausgebreitete. Die Landschaft, der Mensch und das Stillleben waren seine klassischen Themen, gern inspiriert von so Großen der Kunstgeschichte wie David Hockney, Gustav Klimt oder Francis Bacon.

So lässt etwa sein in der Galerie Rhomberg hängender, 1972 entstandener „Akt auf gelben Fliesen“ unmittelbar an Bilder Klimts denken, auch wenn dessen Gold hier zum kräftigen Gelb geworden, das Setting sehr heutig ist. Doch wie Tadeusz seine Komposition anlegt, wie er mit Perspektiven und Mustrigem spielt, erinnert durchaus an Jugendstiliges. David Hockney lässt wiederum in dem 160 x 200 Zentimeter großen Bild „White Note“ von 2005 grüßen. Wie der Künstler hier das Licht über den Umweg des Wassers den schwimmenden Körper zum wunderbar gebrochenen Farbkörper transformiert, ist Malerei vom Feinsten.

Tadeusz spielte aber auch gern mit raffinierten Perspektiven, mit dem Blick von oben genauso wie mit extremen Untersichten oder Spiegelungen. Wenn er etwa ein nacktes Mädchen lasziv vor einem Spiegel posieren lässt, in dem das erschrockene Gesicht des Künstlers zu erkennen ist, gerade so, als würde er vom Betrachter als Voyeur ertappt.

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Norbert Tadeusz war ein Vollblutmaler. Das pralle Leben faszinierte ihn. Wurzeln, die wie die Fangarme eines Kraken sich in die waldige Erde bohren, genauso wie ein Ochse auf der Schlachtbank, die Reiter des Palio von Siena oder ins Monumentale aufgeblasene zarte Blütenblätter, die auf einer mehr als zwei mal drei Meter großen Leinwand „schwimmen“.


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