Universität Innsbruck wächst trotz Corona-Pandemie

Mehr Studierende, mehr Personal. Innsbrucks Universität expandiert aber nicht nur in Lehre und Forschung, sondern auch räumlich.

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Die Verantwortlichen der Leopold-Franzens-Universität schmieden große Pläne für die Zukunft.
© Andreas Rottensteiner

Innsbruck – 28.200 Studierende bedeuten ein Allzeithoch. Die Zahl der prüfungsaktiven Studiosi und jene der Abschlüsse sind im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent gestiegen. 100 zusätzliche WissenschafterInnen wurden angestellt und 50 Millionen Euro Drittmittel zusätzlich zum Globalbudget eingeworben. Diese Bilanz hat das Rektorat der Leopold-Franzens-Universität gestern in einer Pressekonferenz gezogen. Man habe das Jahr 2020 trotz Corona-Pandemie „hervorragend gemeistert“, sagte Rektor Tilmann Märk.

Jetzt gelte es vorrangig, die Studierenden zurück nach Innsbruck an ihre Alma Mater zu holen. Oder gar zum ersten Mal, denn viele der Erst-, Zweit- und Drittsemestrigen haben noch keine einzige Vorlesung im Hörsaal erlebt, sondern nur virtuell im Internet, und sie sind nie ihren KommilitonInnen persönlich begegnet. So viel wie möglich soll – sofern es Corona im Herbst zulässt – deshalb wieder in Präsenz gelehrt werden, betonte der Vizerektor für Lehre, Bernhard Fügenschuh. Das werde auch der nun steigende Anteil an jungen Geimpften ermöglichen, ist Forschungsvizerektorin Ulrike Tanzer optimistisch.

Mit den steigenden Studierenden- und ForscherInnen-Zahlen wächst allerdings auch der Platzbedarf der Universität. Die notwendige räumliche Expansion soll aber mit einer Reduktion der Zahl der universitären Standorte einhergehen. Derzeit ist die Uni auf 72 Standorte – hauptsächlich in Innsbruck – verteilt. Einige von ihnen sollen aufgelassen und die Einrichtungen an den vier großen Campus-Standorten Innrain, Technik, Sport und Universitätsstraße zusammengeführt werden.

So ist etwa geplant, die Psychologie, die derzeit an drei Adressen beheimatet ist, Anfang 2022 in den Bereich des Hotels Grauer Bär zu übersiedeln – also zwischen Theologischer Fakultät und SoWi und in unmittelbarer Nähe zu MCI und Haus der Musik. Zusammen mit Lokalen und einer verkehrsberuhigten Zone werde dies ein großer „universitärer Campus in der Innenstadt“, sagte Rektor Märk. Etliche andere Außenstellen kommen im neuen Gebäude am Innrain unter, das derzeit gebaut wird.

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Um die beengten Verhältnisse im erst 2012 eröffneten Centrum für Chemie und Biomedizin zu entschärfen, muss man allerdings schon wieder auslagern – in ein Nebengebäude und an den Fürstenweg, wo die Uni gegenüber von Med-El ein Baurecht erworben hat, erklärte der für Infrastruktur zuständige Vizerektor Wolfgang Streicher. Damit will man sich ein Stück weit auch von der Bundesimmobiliengesellschaft BIG unabhängig machen. An der Technik wiederum wird ein Bautechnikzentrum errichtet.

Ein großes Projekt allerdings wartet zum Schmerz der Universitätsleitung nach wie auf grünes Licht aus dem Finanzministerium: das Haus der Physik. Graz habe die Zusage längst bekommen, klagt Streicher. Die Physik platzt schon lange aus allen Nähten, ist sie doch einer der Leuchttürme der Universität. Und die Quantenphysik erhält aus dem Recovery-Fund der EU sogar Millionen, erinnerte Vizerektorin Tanzer. (sta)


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