„Alma“ beim „stummen schrei“: Zwischen den Stilen verortet

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Julia Lacherstorfer, Matteo Haitzmann, Marie-Theres Stickler (im aktuellen Programm von Johanna Dumfart substituiert), Marlene Lacherstorfer und Evelyn Mair sind seit 2011 als Alma unterwegs.
© Elsa Okazaki

Stumm – Volksmusik darf nie ausschließen, sondern muss verbinden, betont Musikerin Julia Lacherstorfer am Telefon. Seit nunmehr zehn Jahren beleuchtet sie mit ihrem Kammermusikensemble Alma ebenjene Volksmusik, ständig auf der Suche nach einem zeitgemäßen Ausdruck, der sich oft zwischen den Stilen befindet. Für ihr neues Programm „Furo:re“ wollen Alma jetzt bühnentechnisch Grenzen sprengen. In Tirol ist „Furo:re“ heute erstmals im Rahmen des Theaterfestivals „stummer schrei“ im Festival-Stadt Dorfbäck zu erleben.

In Stumm feiert Alma gleichzeitig auch sein Zehn-Jahr-Jubiläum. Gegründet wurde das zeitgenössische Ensemble 2011, 2012 standen die Schwestern Julia und Marlene Lacherstorfer erstmals mit der Südtirolerin Evelyn Mair, mit Matteo Haitzmann und Marie-Theres Stickler auf der Bühne. Seit damals hat sich für Julia Lacherstorfer eine gemeinsame künstlerische Sprache entwickelt, die eigenständig ist. Und flexibel für unterschiedliche Situationen: „Wir sind ein zeitgenössisches Kammermusikensemble auf der Bühne und können eine Stunde später im Wirtshaus traditionellerweise zum Tanz aufspielen“, erklärt sie. Mit diesen beiden Orten spielt auch „Furo:re“: Nach einem zeitgenössischen Alma-Set wechselt das Ensemble in einen intimeren Rahmen und zu einem informellen Set mit ganz traditionellen Volksmusikstücken. In „Furo:re“ würdigt Alma das Bewusstsein für Tradition, zollt gleichzeitig aber auch einer Gegenwart Tribut, die von verschiedenen Kulturen und Geschlechteridentitäten bereichert wird, erklärt Lacherstorfer. Gesellschaftliche Veränderungen müssten sich auch in der Musik abbilden.

Einen neuen Fokus auf österreichisches Liedgut suchte Lacherstorfer zuletzt in ihrem Solo-Debüt „Spinnerin“, in dem sie die Lieder ihres Großvaters mithilfe einer weiblichen Perspektive entstaubte. Ein ähnliches Soloprojekt soll demnächst folgen. (bunt)


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