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TT-Analyse zur Causa Wolf: Bis(s) zum letzten Fristenlauf

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Marco Witting

Analyse

Von Marco Witting

Auch wenn die Bauernseele schon längst kochte. In den vergangenen Jahren gab sich die Tiroler Landespolitik in der Frage der großen Beutegreifer, mit Verweis auf deren europaweiten Schutz, meist zurückhaltend. Zuletzt war diesbezüglich dann doch eine gewisse Richtungsänderung zu erkennen. Ganz offen wurde jedes gerissene Schaf vermeldet, wo man zuvor meist etwas verschämt noch DNA-Analysen abwarten wollte. Das neue Regulativ dazu, wie man mit Bär und Wolf jetzt umgehen will, das die Koalition recht überraschend am Donnerstag präsentierte, soll die hochemotionale Debatte auf eine sachliche Ebene zurückführen. Ob das gelingen wird, bleibt aber mehr als fraglich.

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Den Tiroler Bauern reicht es nämlich. Schon lange. Und für sie gibt es vielfach nur eine Lösung des Problems: den Abschuss. Dieses letzte Mittel ist auch im neuen Regulativ des Landes vorgesehen. Die ÖVP sprach in ihren Wortmeldungen auffällig oft und unverhohlen von einer schnelleren Entnahme, wenn Beutegreifer Probleme machen. Doch realistisch gesehen wird das in der Praxis nicht so einfach passieren und so wirkt dieser Punkt des Dringlichkeitsantrages, den schwarz-grün einbringt, nur wie eine Beruhigungspille.

Es ist nämlich ein langer Weg bis zum legalen Abschuss. Da muss das Kuratorium, dessen Zusammensetzung noch unklar ist, tagen. Dann wird verordnet, es gibt einen Fristenlauf, eine Einspruchsmöglichkeit, möglicherweise eine Gerichtsentscheidung – und da vergehen schnell Tage und Wochen. Darauf wird der Wolf nicht warten. Ob das die erhoffte „Perspektive“ für die Bauern ist, ist unwahrscheinlich. So muss auch die ÖVP klar sagen, dass es (vorerst) keinen rechtlichen Rahmen gibt, ganz Tirol zur wolfsfreien Zone zu erklären und jeden Beutegreifer zu erlegen. Deutlich mehr Geld für den Herdenschutz, die Kategorisierung der Almgebiete und die Möglichkeit zur Vergrämung und Besenderung von Bär und Wolf sind erste, gute und wichtige Schritte. Die hätten auch schon früher kommen können.


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