Fit für die zweite Hälfte: Update für Škoda Kodiaq

Zur Halbzeit der ersten Baureihe gönnt Škoda seinem SUV-Flaggschiff Kodiaq ein großzügiges Update samt neuem RS-Modell – mit Benzinaggregat anstelle eines Turbodiesels.

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Der Škoda Kodiaq profitiert rundum vom aktuellen Update.
© Škoda

Von Markus Höscheler

Megève – Dass Škoda das große SUV-Segment entern durfte, war vor etwa vier Jahren doch auch eine Überra-schung. Normalerweise werden Revierübertretungen innerhalb des VW-Konzerns ja tunlichst unterbunden und dort, wo der Kodiaq antrat, waren bis dahin eigentlich Touareg und Q7 daheim. Denen hat der wie üblich ohne Kompromisse bei der Ausstattung, aber mit gehörigem Preisvorteil auffahrende Tscheche einiges an Terrain abgenommen. Über 9000 Stück gingen mittlerweile über den Ladentisch und auch die Vorlieben der Kunden sprechen dafür, dass wenigstens im Kodiaq-Universum noch alles so ist, wie es immer war: Über 70 Prozent beträgt der Allradanteil, mehr als drei Viertel entschieden sich für einen Diesel, fast alle für eine Automatik-Variante.

Dementsprechend darf Škodas Groß-Bär auch nach dem Update munter weiterdieseln, mit 150 oder 200 PS aus dem Zwei-Liter-TDI, jeweils mit 4x4 und DSG-Automatik bestückt. Der 190-PS-Benziner ist mit gleicher Antriebskombination im Angebot, ohne Allrad und mit Schaltgetriebe ist nur noch der Basis-Benziner zu 150 PS zu haben. Nur an der Spitze wird gewechselt: Der bisherige RS mit 240 Diesel-Pferden weicht einer fünf PS stärkeren Benzin-Version, die dafür auf das Aggregat aus dem Octavia RS zurückgreift. Die für ein SUV dieser Größe eher ungewöhnliche Bestückung ist aber durchaus reizvoll, kombiniert satten Sound aus dem Doppelrohr-Auspuff mit agilem Handling und mehr als nur flottem Antritt. Das authentische RS-Feeling komplettiert das sportliche Innenraumdesign mit schwarzem Nappaleder und roten Kon-trastnähten.

An Präsenz gewonnen hat durch das Facelift der Look aller Kodiaq-Modelle: Eine neue Leuchtengrafik, die stärker strukturierte Motorhaube und die früher nur beim Scout verbaute Unterfahrschutz-Blende sorgen für ein markanteres Erscheinungsbild vorne. Hinten wurde mit einem größeren Dachspoiler und seitlichen Finnen an der Aerodynamik gefeilt, dazu sind serienmäßig LED-Rückleuchten verbaut. Den Innenraum werten neue Dekor-Elemente und ein genähtes Lederarmaturenbrett auf, das Angebot an Extras wurde um Ergo-Komfortsitze, ein erweitertes Infotainmentsystem, das von Markengeschwistern schon bekannte Digitalcockpit und ein Soundsystem des Premiumanbieters Canton aufgestockt.

In der Praxis profitiert der Kodiaq vor allem von der Verbesserung bei der Dämmung der Fahrgastzelle und der Fahrwerksakustik, punktet damit durch noch ruhigeren und satteren Charakter, ohne deswegen bei den Handlingqualitäten oder dem Feedback von der Straße nachzulassen. Der Markenclaim „Simply Clever“ wurde mittlerweile auch auf das digitale Equipment ausgeweitet und soll dort für eine Entrümpelung der Menüs und mehr Kundenorientierung sorgen. Es braucht ein wenig Zeit, um mit dem Infotainmentsystem warm zu werden und es sich auf die eigenen Bedürfnisse zurechtzukonfigurieren. Ein Tipp für Streichpositionen wäre aber das Weglassen von Fahreffizienz-Hinweisen, während man im Sportprogramm oder offroad unterwegs ist, wo sie scheinheilig oder lästig wirken. Unverändert bleibt das Angebot an Ausstattungslinien mit Active, Ambition und Style sowie die Sondermodelle Sportline und Laurin & Clement neben RS.

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Die Preise starten bei 30.340 Euro für den vorderradgetriebenen Benziner. Für den hitzigen RS werden weitere 27.130 Euro fällig, worin allerdings so gut wie Komplettausstattung inkludiert ist.


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