Margreiter geht: Wechsel an VP-Spitze im Bezirk Kufstein

LA BM Alois Margreiter geht in Polit-Pension und legt ab den Gemeinderatswahlen nach und nach seine Ämter zurück. Sebastian Kolland soll als Bezirksparteiobmann folgen.

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LA BM Alois Margreiter (r.) sieht in Sebastian Kolland (l.) seinen Nachfolger als VP-Bezirksparteiobmann.
© Hrdina

Kufstein – Als 30-Jähriger habe er sich gedacht, „wann stellen die Alten endlich mal aus“, scherzte der VP-Abgeordnete Alois Margreiter gestern, als er seine Polit-Pension ankündigte. Nach mehr als 30 Jahren in der Politik sei es für den Breitenbacher Bürgermeister, Kufsteiner Bezirksparteiobmann und Landtagsabgeordneten Zeit, das Politruder an „die Jüngeren“ zu übergeben.

Nach elf Jahren als Vizebürgermeister und drei Legislaturperioden als Bürgermeister werde er sich bei den Gemeinderatswahlen im Februar 2022 vom Gemeindeamt verabschieden. Dem Landtag wolle er bis zur nächsten Wahl – voraussichtlich im Frühjahr 2023 – erhalten bleiben. Das Zepter des Bezirksparteiobmanns dürfte er früher übergeben – am 16. September wählen die Delegierten beim Bezirksparteitag. Der Vorstand habe den Tiroler VP-Bundesrat Sebastian Kolland am Dienstag einstimmig als Nachfolger nominiert.

Der 38-Jährige ist in der (Kommunal-)Politik kein Unbekannter. Seit 2016 ist Kolland Vizebürgermeister in Ebbs, seine Parteikarriere begann er in der Jungen ÖVP, fungierte bereits als Bezirksgeschäftsführer, ist Teil der Bezirksparteileitung und wurde im Oktober 2020 als Mitglied in den Bundesrat entsandt.

Die Wahl steht noch aus, doch er empfinde schon jetzt „Respekt vor der Aufgabe“, merkte Kolland an. Die VP spiele im stark von Wirtschaft und Tourismus geprägten Bezirk eine tragende Rolle – auch wenn just in den größten Gemeinden Wörgl und Kufstein kein VP-Bürgermeister hockt. Dies bei der Wahl im Februar zu ändern, werde „nicht einfach. Amtierende Bürgermeister haben immer einen Bonus“, erklärte Kolland. Ziel sei, in beiden Städten einen Kandidaten für das Amt zu stellen und Mandate auszubauen.

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Margreiter werde den Wahlkampf vermissen, sieht er sich doch „als volksnahen Politiker mit Leib und Seele“. Im Rückblick zeigt sich der Bürgermeister stolz auf gemeindeübergreifende Projekte mit Kundl, etwa Pflege- und Sozialsprengel, Kinderbetreuung oder Recyclinghof. Im Bezirk hätten ihn Themen wie der Hochwasserschutz (er sei trotz „Gegenwind aus den eigenen Reihen“ seinen „Überzeugungen treu geblieben“) oder Mautflüchtlinge geprägt. Nicht zufriedenstellend gelöst sind für Margreiter die Themen Verkehr (es scheitere an Bayern und der EU) und leistbares Wohnen. „Es braucht Bürgermeister, die sich trauen, die gesetzlichen Möglichkeiten zu nutzen.“ Dazu zähle eine „beinharte Vertragswidmung“, wie man sie auch in Breitenbach anwende. (jazz)


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