Bootsunfall am Gardasee: Haftbefehl für deutschen Angeklagten

Angesichts der Fluchtgefahr erließ die Staatsanwaltschaft einen europäischen Haftbefehl, der nun vom Münchner Gericht geprüft werden muss.

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Der Unfall ereignete sich auf Höhe von Salò. (Symbolfoto)
© Robert Parigger

Brescia, München – Die Staatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Brescia, die um einen tödlichen Unfall am Gardasee am 19. Juni mit zwei italienischen Todesopfern ermittelt, hat die Festnahme eines deutschen Angeklagten gefordert. Er wird beschuldigt an Bord eines Motorbootes in den Gewässern des Gardasees vor der Ortschaft Saló ein kleines Boot angerammt zu haben, ohne Hilfe zu leisten. Ein italienisches Paar starb.

Der deutsche Angeklagte und der Freund, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks mit ihm im Motorboot befand, sind bereits nach München zurückgekehrt. Angesichts der Fluchtgefahr erließ die Staatsanwaltschaft einen europäischen Haftbefehl, der nun vom Münchner Gericht geprüft werden muss, da die Touristen bereits nach Hause zurückgekehrt sind, berichteten italienische Medien am Samstag.

Am Tag nach dem Unfall fand ein Einwohner das Boot des italienischen Paares nahe Salò am Westufer mit dem toten 37-Jährigen darin. Taucher bargen Stunden später die Leiche der 25 Jahre alten Frau. Laut Rechtsmedizinern ertrank sie. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die beiden Deutschen wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung. Sie sollen nach dem Zusammenstoß weitergefahren sein, ohne zu helfen. Laut ihrem Anwalt sagten sie aus, den Crash nicht bemerkt zu haben.

Die beiden wurden kurz nach dem Unfall auf freien Fuß gesetzt und reisten wieder nach München zurück. Die Familien der Opfer fordern Maßnahmen gegen die beiden. (APA)

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