Innsbrucker Impfstraße schließt Ende August, Ärzte sollen übernehmen

Gesundheitsreferent VBM Anzengruber zieht positives Impfresümee – künftig sollen niedergelassene Ärzte impfen.

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Innsbrucks Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (ÖVP).
© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – Wie geht es mit den Impfzentren in Tirol weiter? Diese Woche dürfte dazu die Weichenstellung in der schwarz-grünen Landesregierung fallen, die Impfstraßen werden wohl massiv zurückgefahren bzw. sogar gänzlich aufgelassen. Definitiv wird das Angebot in der Innsbrucker Messe bis Ende August geschlossen. Das sagt Gesundheitsreferent und Vizebürgermeister Hannes Anzengruber (VP) gegenüber der TT. Er spricht sich dafür aus, dass künftig die niedergelassenen Ärzte das Impfen übernehmen sollen. „Es gibt genügend Ärzte in Innsbruck, die Bevölkerung hat ein gutes Angebot.“ In Abstimmung mit der Ärzte- und Apothekerkammer sollten jetzt die logistischen Fragen dafür geklärt werden.

Insgesamt zieht Anzengruber ein positives Resümee über die Innsbrucker Impfkampagne seit Jahresbeginn. Vor dem gestrigen Impfsonntag haben 68.000 Innsbruckerinnen und Innsbrucker mit Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt die erste Teil- impfung erhalten, darunter mehr als 4000 12- bis 16-Jährige. „Das sind 56 Prozent der Bewohner“, ist Anzengruber zufrieden. Vor allem die gute Resonanz aus der Bevölkerung zeige, dass die Impfstraße in der Messe die richtige Wahl gewesen sei. „Die Abläufe haben sehr gut funktioniert.“ Ab der Altersgruppe der über 60-Jährigen gibt es in Innsbruck Durchimpfungsraten von weit mehr als 70 Prozent, bei den 80- bis 89-Jährigen sogar von mehr als 90 Prozent. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es immerhin schon 60 Prozent.

Für Anzengruber muss jetzt der Sommer genützt werden, um alle organisatorischen Fragen – bis hin zur finanziellen Abgeltung der Impfungen – zu klären. Mit der Immunisierung und den Hygienemaßnahmen ist der Innsbrucker Vizebürgermeister optimistisch, „dass auch der Herbst gut bewältigt wird“. Als Vorzeigemodell bezeichnet Anzengruber den stationären Bereich in Tirol. „Die Krankenanstalten haben hervorragend zusammengearbeitet, vor allem, was die Intensivstationen betrifft.“

Auf Landesebene wird es bis zur Regierungssitzung am Dienstag noch intensive Gespräche über die Impfstrategie im Herbst geben. Die Grünen haben bereits Vorbehalte angemeldet, was die Schließung aller Impfstraßen angeht. Sie drängen darauf, dass es neben den niedergelassenen Ärzten auch künftig ein öffentliches Angebot geben soll. Der Impfsonntag scheint sie in ihrer Meinung zu bestärken. In der ÖVP könnte er ebenfalls zu einem Meinungsumschwung geführt haben. Umso wichtiger sei es, „dass wir weiterhin ein solch niederschwelliges Angebot zur Verfügung stellen“, erklärte gestern LH Günther Platter. (pn)

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