Tiroler Volkspartei will Profil für kommende Wahlen schärfen

2022 die Gemeinderats-, ein Jahr später die nächste Landtagswahl: Die Tiroler VP verpasst sich einen „Zukunftsdialog“, um inhaltlich auf der Höhe der Zeit zu sein.

  • Artikel
  • Diskussion
VP-Landesobmann Günther Platter, flankiert von Vize Barbara Thaler und Parteigeschäftsführer Martin Malaun. Das Trio will Inhalte.
© Mitterwachauer

Innsbruck – Nein, als vorgezogenen Wahlkampfauftakt will VP-Landesparteichef und Landeshauptmann Günther Platter den gestrigen „Anpfiff“ zum parteiinternen Zukunftsdialog, der unter dem Motto „Forum 2030: Aufbruch Tirol“ firmiert, nicht verstanden wissen. Weder für die 2022 anstehenden Gemeinderatswahlen noch für die – zumindest planmäßig – Anfang 2023 stattfindende Landtagswahl. Auch wenn vieles, was da gestern im Rahmen einer Pressekonferenz vom Podium drang, einen leichten Wahlgeschmack nicht verleugnen konnte.

Wenn schon kein Wahlkampf, so will sich die Tiroler VP mit dem gestern gestarteten inhaltlichen Nachschärfungsprozess noch vor der Landtagswahl eine thematische Grundlage schaffen. Ein Programm, welches auch in neue Koalitionsverhandlungen mit einfließen werde, so Platter. Dass man sich dabei auch inhaltlich „bewegen und anpassen“ werde müssen, sei kein Geheimnis. Für die ÖVP gelte es hier, in den Bereichen Klima- und Umweltschutz zuzulegen, gesteht Platter ein: „Das haben wir zu wenig betrachtet und vernachlässigt.“ Also mehr Grün für die Schwarzen? Auch das verneint Platter: „Umwelt- und Klimaschutz sind keine parteipolitischen Themen – wir wollen auch hier das Tempo vorgeben.“ Und Platter weiß auch schon, wem er zuerst Beine machen will: „Auch die Tiwag wird sich mehr mit alternativen Energien auseinandersetzen müssen.“ Schließlich strebe das Land ja eine Energiewende an.

Was nun den Zukunftsdialog selbst betrifft, so wird Platters Parteivize, Europaparlamentarierin Barbara Thaler, die Führung übernehmen. Zehn „Foren“ sind hierfür gestern eingerichtet worden. Der thematische Blumenstrauß reicht von Gesellschaft über Regionalität, Bildung, Verkehr bis hin zum ländlichen Raum und Europa. Mit Blick auf Corona und die Lehren aus der Pandemie gebe es „schon ein paar Dinge, die nachzujustieren“ seien, sagt Thaler. Über den Sommer, so Landespartei-Geschäftsführer Martin Malaun, werde die VP nun durch alle Bezirke touren und Gespräche mit Bürgern und Stakeholdern führen. Die eigentliche inhaltliche Arbeit der Foren soll im Herbst starten. Und der Partei noch vor 2023 neue Perspektiven geben.

Diese hat Platter auch für seine Nachfolge. Die er aber noch nicht verrät. Er werde 2023 antreten. Das ist bekannt, mehr sagt er nicht. Konkreter sein Ziel für die Gemeinderatswahl: zumindest alle (VP-nahen) 236 Bürgermeistersessel halten. (mami)


Kommentieren


Schlagworte