Künstler Seifert zeigt die Vergänglichkeit mit schwarzem Ölstift auf

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Der 1947 in Pfunds geborene und in Absam lebende Künstler Hans Seifert zeigt seine Werke derzeit im Prutzer Kulturzentrum Winkl.
© Hauser

Prutz – Es ist eine sehr spezifische Auswahl an Werken der vergangenen 25 Jahre, die der aus Pfunds stammende und in Absam lebende Künstler Hans Seifert im Prutzer Kulturzentrum Winkl unter dem Titel „Durch die Zeit“ zeigt.

Ob alpine Landschaften, dörfliche Ansichten, religiöse Zyklen oder die Beschäftigung mit Brauchtum: Seifert hinterfragt stets sein näheres Umfeld und seinen Lebensraum. Meist dienen ihm die Motive als Projektionsfläche seiner Vorstellungen, wenn es ihm um das Leben als Summe von guten wie schlechten Anteilen geht. „Meine Bilder sollen berühren, ohne gefällig zu sein“, sagt der Künstler über seine Arbeiten, die dazu anregen sollen, über unser Dasein zu reflektieren.

Jedes seiner Bilder erzählt eine Geschichte vom Werden, Sein und Vergehen. Sie erzählen von Vergangenem, Gegenwärtigem, von Licht und Schatten, vom Kommen und Gehen. Malen bedeutet für den Oberländer „Schreiben von Bildgeschichten mit dem Pinsel und mit Farben. Ich will aber nicht schönfärben oder lieblich abbilden.“ Dafür sorgt der Ölstift, so Seifert. „Er gehört zu meinen liebsten Arbeitswerkzeugen.“ Damit kann er Falten, Risse oder Vergänglichkeit hervorheben. Oft dient der schwarze Stift „zur Bestrafung des Dargestellten“. Mit dem Werkzeug zerfetzt er Prozessionsfahnen ebenso wie alte Hausfassaden und die Gesichter von Schützen, Musikanten oder Ministranten, „um aufzuzeigen, dass alles vergänglich ist“.

Zu sehen ist die Ausstellung bis Sonntag, 25. Juli, jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 17 bis 19 Uhr. An den Sonntagen führt der Künstler persönlich durch die Galerie im Prutzer Winklhaus. (hau)


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