Innsbrucker BM Willi: „Impfquote von mehr als 80 Prozent ist wichtig"

In Tirol wird das Impfangebot ohne Termin ausgeweitet. Der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi argumentiert bei der Impfnotwendigkeit deutlich offensiver als das Land.

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Schulterschluss fürs Impfen: Günther Platter, LHStvin. Ingrid Felipe, Anette Leja sowie Christoph Walser, Erwin Zangerl und Ernst Schöpf appellieren an jene, die bis jetzt noch nicht geimpft sind: „Geht’s impfen.“
© Land Tirol

Innsbruck – Eine hohe Impfquote ist für Tirols LH Günther Platter (ÖVP) spielentscheidend. Besonders im Hinblick auf den Herbst und die Wintersaison im Land. Wegen der sich rasch ausbreitenden Deltavariante des Coronavirus schätzt das deutsche Robert-Koch-Institut, dass eine Durchimpfung von 85 Prozent der Zwölf- bis 59-Jährigen notwendig sein wird, damit eine ausgeprägte vierte Corona-Welle unwahrscheinlich wird. In Tirol will man laut Platter aber an realistischen Zielen festhalten, 70 Prozent und mehr seien deshalb das Ziel.

„56 Prozent der Bevölkerung haben bisher eine Erstimpfung erhalten, 38,4 Prozent sind bereits voll immunisiert“, ergänzte Gesundheits-LR Annette Leja (VP). Man müsse keinen Vergleich scheuen. „Natürlich streben wir über 70 Prozent an, diese Marke ist nur ein vorläufiges Streckenziel.“ Um das Vorhaben zu erreichen, wird vor den Sommerferien noch einmal der Impfturbo gezündet. Donnerstagabend (17 bis 20 Uhr), Freitag von 12 bis 20 Uhr und Sonntag von 9 bis 18 Uhr ermöglicht das Land wieder eine Impfung ohne Anmeldung. „Das ist ein Angebot, das sich gewaschen hat, da gibt es keine Ausreden mehr“, sagte Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf. Gemeinsam mit den Sozialpartner-Präsidenten Christoph Walser (Wirtschaft), Erwin Zangerl (Arbeiterkammer) und Philip Wohlgemuth (ÖGB) appelliert er ebenfalls an die Tiroler, sich impfen zu lassen. Alle Informationen über die Termine und Impfstraßen unter https://go.tt.com/impfen-tirol.

Am niederschwelligen Angebot wird das Land Tirol festhalten. „Allein am Impfsonntag waren von den 13.000 Geimpften 50 Prozent unter 30 Jahre, auch viele Personen mit Migrationshintergrund nutzten die Gelegenheit“, bilanzierte Platter. Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) unterstützt die Strategie. Was die Impfquote betrifft, argumentiert das Stadtoberhaupt aber deutlich offensiver als das Land. „80 Prozent und mehr sind wichtig, das müssen wir der Bevölkerung angesichts der Coronavirus-Varianten wie Delta klar vermitteln.“ Auch öffentliche Impfstraßen sind weiterhin notwendig, widerspricht Willi seinem Gesundheitsstadtrat und Vizebürgermeister Hannes Anzengruber (VP). „Anders wird das in Innsbruck nicht zu bewältigen sein, auch was eine mögliche dritte Impfung betrifft“, ergänzt der Bürgermeister.

In Innsbruck und Lienz werden neue Standorte gesucht. Das Impfzentrum Imst bleibt bis Jahresende, die Impfstraßen Telfs, Reutte, Landeck und Kitzbühel werden bei Bedarf geöffnet, neu hinzu kommt die bedarfsorientierte Öffnungsmöglichkeit im Impfzentrum Schwaz (SZentrum). Die Impfzentren Kundl und Kufstein werden in Wörgl zusammengeführt. (pn)

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Zwölf Tiroler nach Urlaub infiziert

Seit Samstag wurden in Tirol insgesamt 17 Neuinfektionen verzeichnet. Zwölf davon stehen im Zusammenhang mit einer Reise. Bei zumindest sechs infizierten Reiserückkehrern besteht ein Verdacht auf die Deltavariante. Damit gehen zumindest 40 Prozent der aktiv positiven Delta-Verdachtsfälle in Tirol auf ReiserückkehrerInnen aus Malta und Spanien zurück. Deshalb werden Heimreisende aus Spanien, Malta oder Portugal aufgerufen, sich umgehend und nochmals fünf bis längstens zehn Tage später per PCR-Test auf das Coronavirus testen zu lassen. Anmeldungen dazu auf www.tiroltestet.at


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