Plastiksackerl ade: Bio-Kunststoff aus Tirol ist gefragt

Naturabiomat aus Schwaz ist mit biologisch abbaubaren Kunststoffen erfolgreich.

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Naturabiomat-Bio-Beutel werden in ganz Österreich verwendet.
© Naturabiomat

Schwaz – Die Regierung hat erst kürzlich den Verkauf von Einwegplastiksäcken im Handel verboten und auch in anderen Bereichen verschwindet Plastik zusehends aus dem Alltag. Das Schwazer Unternehmen Naturabiomat ist mit biologisch abbaubaren Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen erfolgreich und profitiert nun von den Initiativen zur Abfallvermeidung.

„Das Gesetz in Österreich hat uns sehr geholfen. Aber auch außerhalb Österreichs gibt es den Trend, Einwegplastik zu verbieten“, sagt Geschäftsführer Christian Margreiter.

Seit 1996 produziert und vertreibt Naturabiomat biologisch abbaubare, mikroplastikfreie Kunststoffsäcke und Lebensmittelverpackungen. Verwendung finden sie etwa als Bioabfallbeutel oder Obstsackerl in fast allen in Österreich tätigen Supermarktketten. „Jede Österreicherin und jeder Österreicher verwendet unbewusst täglich unsere Produkte“, sagt Margreiter.

Das spiegelt sich auch in den Unternehmenskennzahlen wider. In Standorten in Schwaz, Deutschland, Finnland und Norwegen erwirtschaftete das Unternehmen mit 65 Mitarbeitern im Jahr 2019 einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro. „Wir wachsen im Schnitt pro Jahr um 15 Prozent“, sagt Margreiter. Der Onlinevertrieb über Amazon verdopple sich sogar jedes Jahr.

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Die für den Kunststoff verwendeten Hauptrohstoffe sind Mais- und Kartoffelstärke und Pflanzenöle. Die Bio-Kunststoffe verrotten in rund 30 Tagen in industriellen Kompostieranlagen.

Die hohe Nachfrage führt dazu, dass die Produktion im deutschen Werk in 1 bis 2 Jahren ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben wird, sagt Margreiter. Deshalb sei man dabei, ein Nachbargrundstück in der Größe von 2 Hektar zu kaufen, um die Produktion zu erweitern. Das ist auch nötig, weil die Kunden Wert auf kurze Strecken von der Produktion bis zum Einsatzort legen. „Wir produzieren klimaneutral und vermeiden durch kurze Wege klimaschädliche Gase. Das können unsere Konkurrenten aus Asien nicht.“ (ecke)


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