Masken, Tests und Webcams: Das Corona-Schuljahr ist vorbei

Mit der Zeugnisverteilung morgen Freitag geht ein Schuljahr voller Herausforderungen, Rückschläge, aber auch kleiner und großer Erfolge zu Ende. Den Takt gab Corona vor.

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„Testen, testen, testen“ war heuer auch in den Schulen das bestimmende Motto.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Ob Schüler, Lehrer oder Eltern – wie selten zuvor sehnen sie sich nach dem Ende des Schuljahres und einer möglichst normale Rückkehr im Herbst. Denn das erste volle Corona-Schuljahr hat allen Beteiligten viel abverlangt. Die neue Normalität bestand dabei vor allem darin, flexibel zu sein: Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Distance Learning, Betreuung von Schülerinnen und Schülern in der Quarantäne, Umsetzung von Hygienemaßnahmen wie der Maskenpflicht und natürlich das regelmäßige Testen.

Der Höhepunkt der Corona-Pandemie im heurigen Schuljahr war im schulischen Bereich Mitte November erreicht: Am 16. des Monats waren 993 aktiv positive Personen registriert – 709 Schülerinnen und Schüler, 263 Lehrpersonen und 21 andere Bedienstete. Am Tag vor Beginn der Weihnachtsferien – und damit nach dem zweiten harten Lockdown – wurden noch 170 aktiv positive Fälle verzeichnet. Der Rückgang der positiven Fälle setzte sich mit kleinen Schwankungen im Kalenderjahr 2021 weiter fort. In den letzten Tagen blieb die Anzahl der aktiv positiven Fälle im einstelligen Bereich.

Rund 200.000 Selbsttests pro Woche

Nach einem normalen Schulstart mussten am 19. Oktober die Oberstufen in den meisten Bezirken in den Heimunterricht wechseln. Über alle Schultypen verteilt wurde im ausgehenden Schuljahr insgesamt acht Mal der Modus zwischen Präsenzunterricht, Schichtbetrieb und Distance Learning gewechselt. Seit 17. Mai 2021 konnten schließlich wieder alle Schulen gänzlich im Präsenzunterricht geführt werden. Seit Anfang November wurden an den Tiroler Schulen Antigen-Schnelltests zur schnellen Abklärung von akuten Verdachtsfällen eingesetzt, im Jänner 2021 wurden schließlich Selbsttests für alle Schulen geliefert und das große Testen begann. Nach der vollständigen Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Schulen wurden rund 200.000 Selbsttests pro Woche durchgeführt. Zentraler Baustein des Sicherheitskonzeptes waren auch die Covid-19-Schutzimpfungen: Zwischen März und Mai 2021 haben rund 6600 Personen über die Aktion der Bildungsdirektion Impftermine erhalten.

🧮 Das Schuljahr in Zahlen

Schule, Schüler, Lehrer: 93.057 Schülerinnen und Schülern besuchten heuer die 589 Tiroler Schulen. Sie wurden von 10.333 Lehrpersonen unterrichtet. Für das kommende Schuljahr rechnet die Bildungsdirektion mit einem Plus von rund 450 Schülern, 8238 Tafelklassler werden im Herbst erstmals die Schule besuchen.

Schulerfolg: An den mittleren und höheren Schulen sind 96,13 % der Schüler zum Aufsteigen berechtigt. Diese Zahl wird nach den Wiederholungsprüfungen im Herbst steigen. 34,78 % haben mit ausgezeichnetem Erfolg, 17,22 % mit gutem Erfolg abgeschlossen.

Matura: 4500 Schüler haben eine von 226 Abschluss- oder Maturaklassen besucht, 88-mal konnte die weiße Fahne gehisst werden.

Hotlines: Am Freitag bietet die Tiroler Schulpsychologie wieder ihre Zeugnishotline an. Die Experten stehen Schülern und Eltern von 9 bis 13 Uhr unter 0512/9012-9263 für eine Beratung zur Verfügung. Unter 0800/211 320 ist an Wochentagen zwischen 10 und 14 Uhr auch in den Ferien die österreichweite Schulpsychologie-Hotline erreichbar.

Die Krise als Chance

„Zusätzlich zu den lehrplanmäßigen Inhalten haben die Schülerinnen und Schüler in diesem Schuljahr auch weitere Fertigkeiten vertieft“, kann Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP) dem Schuljahr all seinen Widrigkeiten zum Trotz dennoch etwas Positives abgewinnen. „So haben sie unter anderem den Umgang mit Online-Medien trainiert sowie Zeitmanagement und Selbstverantwortlichkeit ausgebaut“, sagt Palfrader.

Dass sich im Vergleich zum Frühjahr 2020 der digitale Unterricht deutlich weiterentwickelt hat, berichtet auch Bildungsdirektor Paul Gappmaier: „Lehrerinnen und Lehrer haben sich mit großem Engagement mit den neuen Medien auseinandergesetzt und ihren Unterricht darauf aufgebaut. Damit leisten sie auch einen wichtigen Beitrag zur Bildung der Kinder und Jugendlichen, denn im zukünftigen Berufsleben werden digitale Kompetenzen mehr und mehr gefragt sein. Es freut mich, dass die Corona-Pandemie trotz all ihrer Herausforderungen von den Lehrpersonen in dieser Hinsicht auch als Lernchance gesehen wird.“ (TT, np)


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