Tiroler Bergwacht darf künftig wieder Organmandate ausstellen

  • Artikel
  • Diskussion

Innsbruck – Seit 2019 war es der Bergwacht nach einer Gesetzesänderung nicht mehr möglich, Organmandate für geringe Vergehen auszustellen und die Strafe direkt vor Ort zu kassieren. Stattdessen musste in jedem Fall Anzeige erstattet werden. Sehr zum Ärger aller Beteiligten: Immerhin kommt eine Anzeige dem Übertreter wesentlich teurer als ein Strafzettel und bedeutet gleichzeitig einen deutlich größeren Verwaltungsaufwand für die Ehrenamtlichen der Bergwacht. Mit der Pflicht, Verstöße anzuzeigen, entfiel auch die Möglichkeit der Abmahnung.

In der gestrigen Landtagssitzung wurde das nun korrigiert: Die Tiroler Bergwacht erhält das Recht zurück, künftig wieder das so genannte „gelindere Mittel“ anzuwenden und Organmandate auszustellen. Ursprünglich hatten die NEOS für den Mai-Landtag einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag angekündigt. Nachdem aber auch die Regierungsparteien ÖVP und Grüne Handlungsbedarf gesehen haben und ihrerseits einen Antrag vorbereiten wollten, einigte man sich auf einen gemeinsamen Dringlichkeitsantrag, der gestern beschlossen wurde.

Erfreut zeigt sich NEOS-LA Andreas Leitgeb: „Der Verwaltungsaufwand rund um die Anzeigen ist den ehrenamtlichen Helfern der Bergwacht nicht zumutbar. Gerade der Drang in die Natur, der mit Corona einherging, hat den Arbeitsaufwand enorm erhöht. Dass wir hier eine pragmatische Lösung gefunden haben und die Freiwilligen nicht länger mit überbordender Bürokratie drangsaliert werden, ist ein echter Erfolg.“

Insgesamt gibt es in Tirol rund 1200 Bergwacht-Mitglieder, die in 93 Einsatzstellen die Bezirksverwaltungsbehörden unterstützen. (np)

"Kaiserschmarrndrama": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte