Jöchlerhaus in Landeck könnte „gerettet“ werden

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Das Jöchlerhaus in Landeck.
© Wenzel

Landeck – In die Debatte rund um das mehr als 200 Jahre alte Jöchlerhaus im Zentrum der Bezirksstadt kommt Bewegung. Der Imster Immobilienentwickler Stoll, der das markante Fachwerkhaus in der Malser Straße vom langjährigen Besitzer Hans Jöchler gekauft hatte, bestätigte kürzlich, „ein attraktives Geschäfts- und Wohnhaus“ realisieren zu wollen. Womit die für das Stadtbild prägende Fassade dem Vorhaben zum Opfer fallen würde.

Doch für Walter Stoll ist die weitere Vorgangsweise inzwischen wieder völlig offen, wie er am Donnerstag schilderte: „Die Rahmenbedingungen, unter denen ich bauen kann, sind noch nicht fixiert, ein Baubescheid ist noch nicht in Sicht.“ Die Stadtgemeinde habe ebenso ein Wörtchen mitzureden wie das Denkmalamt – vor allem, wenn es um die „Außenhaut“ geht. Ob die Fachwerkfassade abgerissen wird oder für die Zukunft „konserviert“ werden muss, könne er derzeit nicht sagen. Sollte der Erhalt der Fachwerk-Fassade angeordnet werden, „dann blüht uns eine aufwändige wie teure Bauweise“, so Stoll. „Da stellt sich dann auch die Frage nach der Rentabilität.“

Der Leiter des Bundesdenkmalamtes in Tirol, Walter Hauser, bestätigte, dass das Jöchlerhaus nicht unter Denkmalschutz steht. Aber: „Es ist auf der Vormerkliste ausgewiesen.“ Fazit: Der Experte Hauser will den Zustand des Objekts zeitnah vor Ort prüfen und dann eine Erklärung abgeben. Über den Immobilienentwickler Stoll, mit dem er darüber bereits gesprochen habe, findet Hauser lobende Worte: „Ich habe mit ihm in Imst mehrmals zu tun gehabt. Er ist kein Denkmalzerstörer.“

Auch mit dem einzigartigen Richterhaus an der südlichen Stadteinfahrt ist Hauser derzeit befasst. Unter dem Giebel ist die Jahreszahl 1578 zu finden. Sollte es tatsächlich in jenem Jahr erbaut worden sein, dann zählt es zu den ältesten Häusern, die es in der Stadt noch gibt. Die niedrige Hausnummer „Malser Straße 2“ könnte ebenfalls ein Hinweis auf das hohe Alter sein.

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„Das Haus ist charakterprägend für Landeck“, wertet Hauser. Im Rahmen der vom Land geförderten Ortskernrevitalisierung soll das weitgehend verwaiste Richterhaus saniert und wiederbelebt werden. „Wir reden hier von einem klassischen Leerstand“, sagte Architekt Harald Kröpfl, der das Revitalisierungsprojekt in Absprache mit dem Denkmalamt betreut. „Die zahlreichen historischen Fresken an der Fassade werden unverändert bleiben. Geringe Veränderungen wird es nur im Erdgeschoß geben“, erläuterte Kröpfl. Hausbesitzer Günther Rangger bestätigte das Vorhaben und ergänzt: „Innen wird alles modernisiert, wir möchten attraktiven Wohnraum anbieten.“ Im Erdgeschoß werden, so Rangger, Garagen-Stellplätze entstehen. Das erste Obergeschoß sei bereits für die Caritas reserviert, die dort „betreutes Wohnen“ einrichten möchte. Im zweiten Stockwerk sowie im Dachgeschoß sollen insgesamt fünf Wohnungen entstehen. (hwe)


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