Engstelle in Hopfgarten: „Muss erst etwas Schlimmes passieren?“

Brandgefährlich ist eine Engstelle an der Brixentaler Landesstraße in Hopfgarten. Die Grünen fordern Entschärfung.

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Mit einer Kundgebung setzten die Grünen gestern ein Zeichen, dass die Engstelle zwischen Haus Schöneck und der Einfahrt Windautal entschärft werden soll.
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Von Harald Angerer

Hopfgarten i. Br. – Augen zu und durch – die Einfahrt in den Hopfgartner Wald sorgt seit vielen Jahren für Nervenkitzel. Nicht nur bei Autofahrern, sondern vor allem bei Radfahrern. Der überregionale Brixentaler Radweg weist genau an dieser Stelle eine Lücke auf. Hier zweigt eine Seitenstraße in die Windau ab, gleichzeitig steigt die Landesstraße nach einer Kurve steil an.

„Eigentlich ist es ein Wunder, dass noch nie etwas Schlimmeres passiert ist“, sagt der grüne Hopfgartner Gemeinderat Andreas Höck. Er hat gestern mit seinen Parteikollegen an der Engstelle eine Kundgebung abgehalten, um Druck vor allem auf Bürgermeister Paul Sieberer (VP) auszuüben. Die Grünen fordern eine Lösung für das Problem. „Es liegt bereits ein Projekt vor, es scheitert aber an der Umsetzung“, erklärt Robert Hauser, Sprecher der Grünen in Hopfgarten.

Unterstützung bekamen die Hopfgartner Grünen auch vom grünen Landtagsabgeordneten Michael Mingler. Er betont, dass es seitens des Landes umfangreiche Unterstützung für überregionale Radwege gebe. 70 Prozent der Kosten für solche Vorhaben würden vom Land gefördert. „Der Ball liegt hier also schon bei der Gemeinde. Das Land unterstützt ein so sinnvolles Projekt wie hier auf jeden Fall“, sagt Mingler. Für die Umsetzung sei bei Radwegen aber die Gemeinde selbst verantwortlich.

Und genau hier sehen die Grünen das Problem. Es würde schon viel zu lange über eine Lösung diskutiert. „Muss den erst etwas Schlimmes passieren?“, fragt sich Hauser. Bürgermeister Paul Sieberer war selbst nicht vor Ort, er hatte sich aber entschuldigt und Sportreferent Reinhard Embacher als Vertretung zur Kundgebung geschickt. „Ganz Hopfgarten ist hier an einer Lösung interessiert und es wird derzeit eine weitere Variante geprüft“, erklärt Embacher den Grünen.

Hauser, Höck und Co. wollen aber nicht auf die große Lösung warten, sie fordern Sofortmaßnahmen. „Es braucht zumindest eine Geschwindigkeitsbeschränkung und Warnhinweise, welche auf die gefährliche Situation aufmerksam machen“, betont Hauser. Nichtsdestotrotz muss die bauliche Trennung von Radfahrern und Straßenverkehr vorangetrieben werden. „Ich verstehe auch nicht, dass der Bürgermeister hier kein öffentliches Interesse sieht“, sagt Hauser, immerhin hätten Zählungen ergeben, dass im Sommer an den stark frequentierten Tagen mehr als 1000 Radfahrer täglich diese so unübersichtliche Stelle passieren.

Eine Lösung fordern während der Kundgebung nicht nur zahlreiche Radfahrer, die vorbeikommen, sondern auch Anrainer, welche dieselbe unübersichtliche Abzweigung in die Windau nutzen. „Es ist ein Wahnsinn, was sich hier täglich abspielt. Das ist hochriskant, für Radfahrer, aber auch für die Autofahrer“, sagt ein Betroffener.


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