Ärzte dürfen an Klinik Innsbruck weiter länger arbeiten

Die Klinikärzte haben sich mit der Medizin-Uni über verlängerte Wochenarbeitszeiten geeinigt. Für die Landesärzte gilt hingegen seit 1. Juli die 48-Stunden-Woche.

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Medizin-Rektor Wolfgang Fleischhacker ist zufrieden mit der Betriebsvereinbarung. Ein kritisches Auge wirft er aber auf die Tirol Kliniken.
© Med-Uni Innsbruck

Innsbruck – Der Rektor der Medizinischen Universität und der Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal haben jetzt eine neue Betriebsvereinbarung für verlängerte Dienste (Opt-out-Regelung) für die nächsten drei Jahre an der Innsbrucker Klinik vereinbart. Ärzte können sich demnach weiterhin freiwillig verpflichten, länger als 48 Stunden in der Woche zu arbeiten. Rektor Wolfgang Fleischhacker ist sehr zufrieden mit der Vereinbarung, „schließlich ist sie enorm wichtig für eine funktionierende Patientenversorgung“ an der Klinik. Bei einer Urabstimmung des Betriebsrats haben sich knapp 89 Prozent des wissenschaftlichen Personals dafür ausgesprochen. Fleischhacker spricht von einer zukunftsorientieren und fairen Lösung.

Zugleich weist er darauf hin, dass zuletzt 57 Prozent der Ärztinnen und Ärzte der Medizin-Uni Innsbruck von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht hätten. „58 Prozent davon arbeiten mehr als 48 Stunden. Nur insgesamt 14 Prozent aller Ärztinnen und Ärzte der Medizin-Uni Innsbruck haben im letzten halben Jahr über 52 Stunden pro Woche gearbeitet.“

Im Vorfeld gab es durchaus unterschiedliche Auffassungen zwischen Rektorat und Betriebsrat, „doch in den Verhandlungen konnten die offenen Fragen ausgeräumt werden“, sagt Fleischhacker. In den Tirol Kliniken gibt es seit 1. Juli keine Opt-out-Regelung mehr, dort gilt auf Basis einer jetzt vereinbarten Regelung für die Landesärzte in den nächsten drei Jahren die 48-Stunden-Woche. Argumentiert wird mit der Personalaufstockung von 120 Ärzten in den vergangenen Jahren. Tirol-Kliniken-Vorstand Stefan Deflorian verweist aber noch auf weitere Verhandlungen, „für die Ausbildungsärzte sind wir noch in Gesprächen. Hier wäre die Opt-out-Regelung durchaus möglich.“

Vor allem der Betriebsrat des wissenschaftlichen Personals an der Med-Uni, Martin Tiefenthaler, sieht das kritisch: „Das könnte sich in einigen Abteilungen dann mit den Diensten nicht mehr ausgehen.“ Für Rektor Wolfgang Fleischhacker muss die Balance zwischen Bundes- und Landesärzten ebenfalls gewährleistet bleiben. „Ich habe die Tirol Kliniken von unserer Vereinbarung informiert, wir werden natürlich genau schauen, ob es durch die verschiedenen Arbeitszeiten nicht zu zusätzlichen Belastungen in einzelnen Kliniken für unsere Ärzte kommt.“ Die Balance müsse gewährleistet bleiben.

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Die Betriebsvereinbarung wurde auf drei Jahre abgeschlossen und verlängert sich automatisch, sollte es für beide Seiten passen. (pn)


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