Noch Luft nach oben: 21.000 Tiroler nützten bisher die Impftage

Am gestrigen Sonntag nützten 4150 Impfbereite das Angebot der Impfstraßen in Tirol und beim Impfbus in Kitzbühel. Sie mussten sich davor nicht anmelden. Seit Donnerstag waren es 7550. Zum Vergleich: Am ersten Impfsonntag nutzten 13.000 Tirolerinnen und Tiroler das Angebot. Für das Land bietet diese niederschwellige Gelegenheit jedoch die Möglichkeit, breite Bevölkerungsschichten zu erreichen wie Jüngere und Menschen mit Migrationshintergrund.

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Am Sonntag ließen sich 4150 Personen impfen, ein Teil davon im Impfbus in Kitzbühel.
© Kristen

Innsbruck – Wie pendelt sich das Niveau bei den Neuinfektionen in Österreich ein? Diese Frage dominiert derzeit die Gesundheitspolitik und wird von Experten intensiv diskutiert. Wochenlang wurden sinkende Zahlen verzeichnet, seit einer Woche steigen sie wieder. Vor allem Reiserückkehrer und die Delta-Variante des Coronavirus sind dafür verantwortlich. Darüber hinaus stecken sich besonders jüngere Menschen derzeit mit dem Coronavirus an.

Österreichweit haben die Gesundheitsbehörden am Sonntag 159 Neuinfektionen gemeldet, mehr als im Schnitt der vergangenen sieben Tage (125). In Tirol waren es 13. Cluster von Heimkehrern aus dem Urlaub (Spanien) gibt es im Außerfern. Zugleich geht die Zahl der Spitalspatienten mit Covid-19 weiter zurück und lag am Sonntag bei 102. Von ihnen befanden sich 39 Patienten auf Intensivstationen, um vier weniger als gestern und um fünf weniger als vor einer Woche. Dieser Trend festigt sich in ganz Europa, obwohl die Kurve der Neuinfektionen erneut stetig nach oben steigt.

In vielen europäischen Ländern befürchten die Regierungen jedoch, dass die Impfkampagnen an Schwung verlieren, obwohl gerade bei der Eindämmung der Delta-Variante eine Durchimpfungsrate von 85 bis 95 Prozent notwendig wäre. Nach den Daten des E-Impfpasses haben bisher 5,018 Millionen Menschen in Österreich oder 56,2 Prozent der Bevölkerung zumindest eine Teilimpfung erhalten. 3,7 Millionen und damit 41,5 Prozent der Österreicher sind voll immunisiert. In Tirol sind 56,5 Prozent einmal geimpft. Es besteht also noch viel Luft nach oben.

Nach dem Impfsonntag in der Vorwoche hat das Land zu Beginn der Sommerferien auf ein Impfwochenende gesetzt, auch ein Impfbus wie in Südtirol kam zum Einsatz, am Samstag in Innsbruck und gestern in Kitzbühel. Rund 20.000 Dosen standen für die Impfwilligen bereit, die sich ohne Voranmeldung den ersten Stich verpassen lassen konnten. Rund 7550 haben von Donnerstag bis Sonntag das Angebot angenommen, am ersten Impfsonntag waren es mehr als 13.000. So gesehen gibt es in Tirol noch Luft nach oben, die Politik appelliert angesichts der befürchteten vierten Welle einmal mehr an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.

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Die Bereitschaft dazu ist bei vielen dennoch gegeben: Teilweise um sechs Uhr in der Früh haben sich die Ersten bei den Impfstraßen in Landeck, Kundl oder Innsbruck angestellt. Das Impfzentrum Landeck begann deshalb beispielsweise bereits um 7.30 Uhr mit den ersten Impfungen. In Innsbruck wurde bereits um 8 Uhr gestartet. Außerordentlich gut war der Zulauf in Schwaz, generell wollten sich wieder viele Jüngere und Personen mit Migrationshintergrund impfen lassen.

Aus der Sicht von LH Günther Platter (VP) gibt es nach wie vor eine durchaus hohe Bereitschaft in Tirol, sich impfen zu lassen. „Das ist im Kampf gegen die Pandemie essenziell. Insbesondere die neue Möglichkeit eines mobilen Impfbusses fand regen Zuspruch. Wir wollen den eingeschlagenen Weg jetzt fortführen, das Impfangebot weiter anpassen und die Flexibilität ausbauen – die Vorbereitungen dazu laufen bereits.“ Gesundheitslandesrätin Annette Leja (VP) kündigte an, die vergangenen vier Tage des Impfens ohne Anmeldung jetzt erneut zu evaluieren und die Erfahrungen in die Organisation weiterer niederschwelliger Impfaktionen einfließen zu lassen. (pn)


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