Rassismus gegen Elfmeter-Fehlschützen: Verband schockiert, Polizei ermittelt

Besonders in den sozialen Medien wurden die Elfmeter-Pechvögel Rashford, Sancho und Saka beleidigt. Der englische Fußballverband drängt auf "die härtest möglichen Strafen für jeden, der verantwortlich ist". Premier Johnson stellt sich ebenso wie Prinz William vor die Mannschaft.

  • Artikel
  • Video
  • Diskussion (2)
Bukayo Saka war nach seinem Fehlschuss ohnehin untröstlich, sah sich später auch noch mit rassistisch motivierten Hasskommentaren in sozialen Medien konfrontiert.
© CARL RECINE

London – Nach rassistischen Beleidigungen gegen die beim Elfmeterschießen im EM-Finale erfolglosen englischen Fußballer hat der britische Premierminister Boris Johnson zu mehr Respekt gemahnt. "Dieses England-Team verdient es, als Helden verehrt und nicht rassistisch beschimpft zu werden", twitterte der Regierungschef am Montagmorgen. "Die Verantwortlichen für diese entsetzlichen Beschimpfungen sollten sich schämen."

Der für Medien, Kultur und Sport zuständige britische Minister, Oliver Dowden, drohte den Betreibern sozialer Medien mit empfindlichen Strafen, sollten sie nicht stärker gegen rassistische Beleidigungen auf ihren Plattformen vorgehen. "Unser neues Gesetz zur Sicherheit im Internet wird sie zur Rechenschaft ziehen mit Strafen von bis zu zehn Prozent des globalen Gewinns", so Dowden auf Twitter.

Bukayo Saka (19) vom FC Arsenal hatte im verlorenen Finale gegen Italien den letzten Elfmeter vergeben. Zuvor hatten bereits Marcus Rashford (23) von Manchester United und Jadon Sancho (21) verschossen. Nur die ersten beiden Schützen Englands verwerteten ihre Versuche. Italien gewann das Elfmeterschießen 3:2.

🔗 >>> Englands Presse weint: Schon wieder Herzschmerz

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Vor Johnson hatte sich schon der englische Fußballverband über den Rassismus online schockiert gezeigt. "Die FA verurteilt alle Formen von Diskriminierung und ist erschüttert über den Rassismus online, der in den sozialen Netzwerken auf einige unserer England-Spieler zielt", hieß es in einer in der Nacht zu Montag verbreiteten Stellungnahme.

📽️ Video | "Schäme mich, Fan zu sein"

FA drängt auf "die härtest möglichen Strafen"

"Wir könnten nicht deutlicher machen, dass jeder, der hinter solch widerlichem Verhalten steckt, als Anhänger unseres Teams nicht willkommen ist. Wir werden tun, was wir können, um die betroffenen Spieler zu unterstützen und drängen zugleich auf die härtest möglichen Strafen für jeden, der verantwortlich ist", schrieb die FA weiter. Deren Präsident, Prinz William, meldete sich auf Twitter zu Wort. Er sprach von "abscheulichem Verhalten. Es muss jetzt aufhören, und alle Beteiligten sollten zur Rechenschaft gezogen werden."

Die Londoner Polizei twitterte: "Dieser Missbrauch ist absolut nicht akzeptabel, wird nicht toleriert und untersucht werden."

Die Nationalmannschaft Englands war vor jedem Spiel bei der EM auf ein Knie gegangen, um gegen Rassismus und Diskriminierung zu protestieren. (dpa, TT.com)


Kommentieren


Schlagworte