Anlaufstelle „Vormodul" für Jugendliche: Hilfe, die ohne Stigma auskommt

Jugendliche, die nach der Pflichtschule nicht weiterwissen, haben mit dem „Vormodul" eine Anlaufstelle.

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Martin und Thomas nutzen das Vormodul zum Programm „Ausbildungsfit“, um sich über ihre Zukunft klar zu werden.
© Vormodul „Ausbildungsfit“

Von Catharina Oblasser

Lienz – Es ist ein Sprungbrett für alle, die die Pflichtschulzeit beendet haben, aber keine Zukunftsperspektive sehen und mutlos zu Hause sitzen: das so genannte „Vormodul“, ein Hilfsangebot für 15- bis 24-Jährige. In Lienz ist es im City Center angesiedelt, weitere Angebote gibt es in Wörgl, Mils bei Hall, Innsbruck und Imst. „Vormodul“ heißt es deshalb, weil es als Einstieg zum geförderten Programm „Ausbildungsfit“ dient, wo sich Jugendliche auf eine Ausbildung, zum Beispiel eine Lehre, vorbereiten können. Träger sind AMS und Sozialministerium.

In Osttirol gibt es das Vormodul , das von der Lebenshilfe betrieben wird, seit Februar, sagt Leiter Josef Luxenberger. „Es ist besonders niederschwellig, das heißt, der Jugendliche kann einfach im City Center vorbeikommen, ohne Anmeldung. Es ist freiwillig und kostenlos.“

Gerade jetzt, am Ende eines Schuljahres, ist für manche junge Menschen eine Anlaufstelle dringend nötig. „Zu uns kommen Burschen und Mädchen, die es allein nicht schaffen“, erklärt Luxenberger. Zu den Gründen zählen soziale Ängste, psychosomatische Beschwerden und Folgen von Mobbing in der Schule. Aber auch Süchte oder der allgemeine Leistungsdruck spielen eine Rolle.

Noch dazu waren viele Schülerinnen und Schüler im letzten Jahr mehr auf sich alleine gestellt als sonst. „Die Corona-Zeit mit der sozialen Isolation hat die Lage noch verschlimmert“, meint Luxenberger. Was den Organisatoren besonders am Herzen liegt: Kein Jugendlicher soll durch die Not, in der er sich befindet, stigmatisiert werden.

In Lienz wird das Vormodul-Programm von Elisa Kraler und Stefan Lenzhofer betreut. Sie helfen jungen Erwachsenen, eine Tagesstruktur zu finden und Probleme in Angriff zu nehmen. Dabei stehen verbindende und stärkende Elemente wie kreative Projekte, zum Beispiel das Bauen eines Hochbeetes, und Sport im Vordergrund. „Im Rahmen des Angebotes wird Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und selbstständiges Arbeiten geübt“, erklären Kraler und Lenzhofer.

Bisher haben zehn Jugendliche das Vormodul in Lienz besucht, vom Sonderschul-Schüler bis zum HTL-Absolventen, sagt Josef Luxenberger. Behutsamer Beziehungsaufbau und persönliche Betreuung durch Fachleute machen Erfolge möglich, damit es weitergeht in Richtung weiterführende Schule, Lehre oder Praktikum. Die Vormodul-Teilnehmer sind unfallversichert.

Geöffnet ist am Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 16 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr. Von 26. Juli bis 6. August ist die Stelle geschlossen.


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