Plus

Wissen, wo die Wurzeln liegen: Auf der Suche nach den Ahnen

Immer mehr Tiroler interessieren sich für ihre Familiengeschichte. Dass Ahnenforschung so enorm beliebt wurde, liegt an digitalisierten Archiven – und zum Teil auch an der Pandemie.

  • Artikel
  • Diskussion
Noch vor wenigen Jahren mussten Genealogen, wie Ahnenforscher auch genannt werden, die Bestände der Archiv­e vor Ort sichten. Heute sind etwa viele Tauf- und Sterberegister online einsehbar.
© TT/Dietrich

Von Benedikt Mair

Innsbruck – Lang ist es her, da wollte eine Bäuerin in Osttirol ihren Mann vergiften. Diese Geschichte erzählten sich ihre Nachfahren über Jahrzehnte, Details gingen verloren. Deshalb entschloss sich die Familie vor einiger Zeit, Nachforschungen anstellen zu lassen. Nach aufwändiger Suche in Archiven wurden Zeitungsberichte entdeckt, in denen der ganze Gerichtsprozess geschildert wurde. Der Gatte sollte sterben, weil die Frau ein Verhältnis mit seinem Bruder begonnen hatte und mit diesem den Hof übernehmen wollte.

„Die Familie war froh, endlich alles zu wissen“, sagt Hans-Peter Haberditz, der mit dieser Recherche betraut worden war. Der Fall aus dem Bezirk Lienz sei einer der außergewöhnlicheren in seiner Laufbahn gewesen, meint er. „Meistens wollen die Menschen einfach wissen, woher sie kommen.“ Haberditz ist von Beruf Genealoge, betreibt also Ahnenforschung im Auftrag anderer. „An mich wendet sich eine bunte Klientel aus aller Welt. Oft deshalb, weil sie selbst keine Zeit dafür haben oder bei begonnenen Studien nicht mehr weiterkommen.“


Kommentieren


Schlagworte