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Systemfehler: 865 Anzeigen gingen in Innsbruck ins Leere

Wegen Systemfehlern und Missverständnissen sind zahlreiche Polizeianzeigen vom Stadtmagistrat nie bearbeitet worden. Jetzt wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

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Die Polizei bei Covid-Kontrollen: Viele Anzeigen landeten in einem Ordner, für den keiner zuständig war.
© Kristen

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Insgesamt 865 Polizei-Anzeigen sind in einem Mailordner der Innsbrucker Stadtverwaltung versickert. Allesamt mittlerweile verjährte Anzeigen, für die nie Strafbescheide ausgestellt wurden – rund 25.000 Euro entgingen so der Magistratskassa. Und erstaunlicherweise blieb der Anzeigenschwund sechs Jahre lang unbemerkt. All das ergab jetzt eine aufwändige Untersuchung, die der Innsbrucker Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (VP) veranlasst hat. „Das Ergebnis wurde der Innsbrucker Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Prüfung übermittelt“, bestätigt Anzengruber die Selbstanzeige der Magistratsdirektion.

Wie bereits von der TT berichtet, waren es Beamte der Polizeiinspektion Pradl, die den Systemfehler vor etwa zwei Monaten entdeckt und Alarm geschlagen haben. Die Polizisten wollten eine Ergänzung zu einer bereits erstatteten Anzeige nachreichen. Dabei stellte sich heraus, dass diese Ergänzung im Innsbrucker Stadtmagistrat keinem Strafakt zugeordnet werden konnte.


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