Nach Corona kommt der Rausch: Mehr Außerferner Alko-Lenker

Die Außerferner Polizei freut sich über die historisch höchste Aufklärungquote von 64 Prozent. Einweisungen steigen merklich.

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Symbolbild.
© Böhm

Von Helmut Mittermayr

Reutte – Ein Gefühl der Berauschtheit scheint sich mit den wiedergewonnenen Freiheiten nach den sukzessiven Corona-Öffnungen in den letzten Wochen eingestellt zu haben. Nicht nur im übertragenen Sinne, auch im echten Leben – im Auto.

Noch gibt es keine validen Zahlen, aber die subjektive Wahrnehmung trügt Egon Lorenz, Bezirkspolizeikommandant in Reutte, nicht: „Die Beamten melden praktisch jede zweite Nacht eine Führerscheinabnahme.“ Alkoholdelikte hätten auffällig zugenommen.

Auch in einem anderen Bereich gibt es im 2021er-Jahr schon Auffälligkeiten: „Die Einlieferungen nach dem Unterbringungsgesetz wegen psychischer Beeinträchtigungen sind stark gestiegen“, sagt Major Lorenz und meint damit Ausnahmezustände von Menschen. Er enthält sich aber naheliegender Erklärungsversuche in Covid-Zeiten.

Im Visier der Polizei bleiben auch heuer wieder die Motorradfahrer – ihre Geschwindigkeiten und die Dezibelzahlen ihrer Maschinen. Denn die Lärmverordnung mit einer Obergrenze von 95 Dezibel auf vielen Strecken im Außerfern bringt so manchen Biker zum Stillstand. Seit dem heuer späten Beginn der Motorradsaison wurden schon 3006 Fahrer überprüft. Gerade einmal 1,7 Prozent, nur 52 Maschinen, lagen drüber. Besser gesagt, waren unterwegs, obwohl mehr als 95 Dezibel in den Papieren eingetragen waren.

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Die Beamten sind nun aber auch mit einem Gerät ausgestattet, das direkte Lärmmessungen ermöglicht. Bei 69 Bikes wurde auf diese Weise hingehört. Zwar laut Papieren leise, aber im echten Leben als viel zu laut stellten sich neun Motorräder heraus, was Anzeigen auslöste. Bei vier weiteren Exemplaren wurden gleich die Nummerntafeln heruntergeschraubt.

In der Corona-Zeit hatten sich die Delikte teils halbiert, die Aufklärungquote kletterte 2020 hingegen auf ein Allzeithoch im Bezirk. 64,4 Prozent aller gerichtlich anhängigen Straftaten konnten aufgeklärt werden. Die Bewegungseinschränkungen haben scheint’s auch die Täter gebremst. Der Gesamt-Output aller polizeilichen Tätigkeiten ging um 40 Prozent zurück. Arbeit blieb trotzdem genug mit Corona-Überprüfungen.


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