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Fischler vermisst aktive EU-Politik: „Tirol muss auf allen Ebenen aktiv sein“

Ehemaliger EU-Kommissar Fischler sieht Nachholbedarf in der Tiroler EU-Politik. Man sei zu wenig auf der Beamtenebene in Brüssel vernetzt, das Büro der Europaregion Tirol sei schon seit längerer Zeit führungslos.

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Das Verhältnis zwischen der EU und Tirol ist vor allem wegen der Transitfrage seit dem österreichischen Beitritt ein schwieriges.
© Böhm

Von Peter Nindler

Innsbruck – Tirol reibt sich wieder einmal fest an Brüssel: Bei den „Problemwölfen“ und den Bären, die heuer bereits mehr als 200 Schafe gerissen haben, will die EU nicht am strengen Schutzstatus der Beutegreifer in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie rütteln. Die künftige Lkw-Maut geht darüber hinaus an der Kostenwahrheit vorbei und verschafft dem Straßengütertransit weiter Wettbewerbsvorteile gegenüber der Schiene. Die Verlagerung des Schwerverkehrs „in den Brennerbasistunnel“ in den 2030er-Jahren wird so zur Herkulesaufgabe. Was läuft also schief abseits der bekannten „straßenfreundlichen“ Positionen in Berlin und Rom?

Der ehemalige EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler vermisst eine aktive Europapolitik in Tirol. „Dabei hatte Tirol wie keine andere Region in Europa einen ausgezeichneten Zugang zum früheren Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. Und jetzt gibt es einen guten Kontakt zu Junckers Nachfolgerin Ursula von der Leyen“, analysiert er im Gespräch mit der TT. Natürlich habe auch er, so Fischler, in seiner aktiven Zeit Gesprächskanäle in Brüssel geöffnet. Dahinter mangle es am notwendigen Lobbying.


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