Verkehrte Welt bei PCR-Testung in Tirol: Drei Anbieter kommen zum Zug

Das Osttiroler Labor Walder testet künftig in der Inntalfurche, die Virologie der Med-Uni Innsbruck dafür in Lienz. Das ergab die Neuausschreibung.

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Symbolbild.
© AFP

Innsbruck – Am Dienstag erfolgte die offizielle Vergabe für die PCR-Testungen bis 30. September. Für die Zeit danach wird erneut eine vorgenommen, Tirol wird dabei in vier Regionen aufgeteilt: West mit den Bezirken Reutte, Landeck und Imst, Mitte mit Innsbruck, Innsbruck-Land und dem Bezirk Schwaz, Ost mit Kufstein und Kitzbühel und Süd mit Osttirol. Die Ausschreibung nach dem Billigstbieterprinzip ergab komplette regionale Verschiebungen: So ist das Wiener Großlabor Life- brain für West und Ost zuständig, die Bietergemeinschaft Tiroler Fachlabore (Tyrolpath, Labor Möst, Labor Walder/Osttirol) für den Tiroler Zentralraum und die Virologie der Medizin-Uni Innsbruck unter Dorothee von Laer für Osttirol.

  • Los 1: Region West: Lifebrain COVID Labor GmbH
  • Los 2: Region Mitte: Bietergemeinschaft Tiroler Fachlabore (Tyrolpath, Labor Dr. Möst, Labor Dr. Walder)
  • Los 3: Region Ost: Lifebrain COVID Labor GmbH
  • Los 4: Region Süd: Institut für Virologie der Medizinischen Universität Innsbruck

Der Osttiroler Infektiologe und Virologe Gernot Walder ist schlichtweg perplex, „dass man so etwas zulassen konnte. Die Proben aus Osttirol werden in Innsbruck ausgewertet, die Innsbrucker Proben bei uns. Das kann es doch nicht sein.“ Zugleich gehe es um den Überblick über die Infektionslage. „Bei der Ausschreibung entschied nur der Preis. Was rausgekommen ist, passt überhaupt nicht zusammen.“ Walder befürchtet negative Auswirkungen auf vielen Ebenen. „Außerdem müsste die Testung wieder eine fachärztliche Domäne sein.“

Eine Änderung vollzieht das Land Tirol auch bei den niederschwelligen Impfterminen: Auch für Zweitimpfungen kann jetzt nach 28 Tagen ohne Anmeldung ein Impftermin wahrgenommen werden. „Nachdem die jeweiligen Kapazitäten geprüft und alle organisatorischen Aspekte geklärt wurden, werden wir der Bevölkerung erstmals auch ein Angebot für Zweitimpfungen ohne Anmeldung legen. Vor allem im Hinblick auf die Delta-Mutation ist es wichtig, dass unbedingt auch die Zweitimpfungen wahrgenommen werden“, betont Gesundheitslandesrätin Annette Leja (VP).

Freitag, Samstag und Sonntag werden in den Impfzentren in Innsbruck, Imst, Telfs, Kundl, Schwaz, Kitzbühel, Landeck, Reutte und Lienz wieder Impfungen ohne Anmeldung durchgeführt. Alle Informationen dazu und zu Zweitimpfungen finden Sie HIER. (pn)


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