Halim darf bleiben: Abschiebung in letzter Minute verhindert

Schon vor der geplanten Abschiebung hat Halims Onkel, der ein Bleiberecht hat, die Obsorge beantragt, da der Großvater gesundheitlich sehr angeschlagen ist.

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Der 13-jährige Halim Alhazurov, hier mit seinem Onkel (r.) und Boxtrainer Friedl Tschurtschenthaler, sollte abgeschoben werden.
© Boxclub Lienz

Von Catharina Oblasser

Lienz, Wien – Der 13-jährige Halim aus Tschetschenien, der bisher im Flüchtlingsheim in Lienz lebte, wird doch nicht abgeschoben. Gestern Donnerstag, 11 Uhr, hätte er mit seinem Großvater – die Eltern wurden bei einem Bombenattentat getötet, als Halim zwei war – im Flugzeug nach Tschetschenien sitzen sollen. Doch kurz zuvor durften der Bub und sein Opa die Schubhaft verlassen.

Am Dienstag um 06.50 Uhr war die Polizei in der Lienzer Unterkunft erschienen und hatte beide festgenommen. Dann waren sie nach Wien gebracht worden – auch Halim, dessen Obsorge beim Großvater liegt.

Doch am Mittwoch intervenierte die BH Lienz, sagt Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Da Halim unter 14 und damit noch unmündig ist, ist die Abteilung Kinder- und Jugendhilfe der BH für ihn zuständig. „Wir haben eine Kindeswohl-Gefährdungsmeldung an das zuständige Magistrat in Wien gemacht“, so Reisner. „Halim lebt seit Jänner 2017 in Lienz und ist gut integriert.“ Tatsächlich besucht der 13-Jährige mit gutem Erfolg die Mittelschule und ist ein talentierter Boxer, der mehrere Schülermeistertitel errungen hat.

Ob die Intervention der BH ausschlaggebend war, will der Sprecher des Innenministeriums, Patrick Maierhofer, nicht kommentieren. „Wir geben keine Stellungnahme zu Einzelfällen ab. Grundsätzlich ist es so, dass vor der Abschiebung noch einmal geprüft wird, ob sich die Umstände geändert haben. Dann wird reagiert.“

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Schon vor der geplanten Abschiebung hat Halims Onkel Vaha Alhazurov, der ein Bleiberecht hat, die Obsorge beantragt, da der Großvater gesundheitlich sehr angeschlagen ist. „Die zwei kommen am Freitag oder Samstag nach Lienz zurück“, sagt Vaha Alhazurov. „Es ist ein großes Glück.“


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