Falsche Tests im Ausland: Land Tirol möchte Reiserückkehrer testen

Corona-Infektionsgeschehen ist in Tirol fast ausschließlich auf die Delta-Variante zurückzuführen. Vor allem Cluster streuen, aber nicht nur.

  • Artikel
  • Diskussion (6)
Tests in Spanien oder anderen Ländern sollen falsche Ergebnisse trotz Symptome geliefert haben.
© iStock

Innsbruck – Landeshauptmann Günther Platter (VP) trägt die Verschärfungen ab 22. Juli für den Besuch der Nachtgastronomie und Discos mit einem Impfnachweis bzw. negativen PCR-Tests mit. Doch zwischen den Ländern und dem Bund tun sich erstmals Risse auf. Nicht dass die steigenden Infektionszahlen kleingeredet werden, doch für Platter und den Tiroler Krisenstab sind vor allem die Auswirkungen auf die Spitäler und die Intensivstationen der bestimmende Gradmesser. Schließlich versuche man, alle nur erdenklichen „Impfregister“ zu ziehen, mit neuen Beschränkungen werde man die Unentschlossenen in der Bevölkerung nicht für eine Impfung gewinnen, heißt es. Das wurde dem Bund auch klar mitgeteilt. Platter ist derzeit Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz.

Tirol drängt angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante auf gezielte Einreisetests. „Zumal wir zuletzt feststellen mussten, dass etwa Tests in Spanien oder anderen Ländern schlichtweg ein falsches Ergebnis gebracht haben. Und das, obwohl die Betroffenen sogar Symptome hatten“, sagt der Leiter des Kriseneinsatzstabes im Land, Elmar Rizzoli. Wie berichtet, sollen deshalb in Angath, am Bahnhof, bei Bus-Stationen (Flixbus) und am Flughafen PCR-Tests für Reiserückkehrer angeboten werden. „Unser Ziel muss es sein, die Infektionsketten so rasch wie möglich zu durchbrechen“, kündigt Rizzoli an.

Ob das in dieser Woche gelungen ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Denn sowohl in Osttirol als auch im Außerfern dominieren derzeit noch die Cluster von den Urlaubsheimkehrern. Zugleich gibt es 40 Gemeinden in Tirol mit jeweils einem Corona-Fall, in zehn Kommunen sind es zwei. Die zentrale Frage für die Experten: Breitet sich das Infektionsgeschehen in der Fläche wie der Inntalfurche aus oder kann es eingegrenzt werden?

Die Ansteckungen sind derzeit fast ausschließlich auf die Delta-Variante zurückzuführen. Das zeigt sich bei der Reproduktionszahl. Diese liegt erstmals seit Monaten in Österreich wieder über dem Schwellenwert von 1 bei 1,33. Hochgerechnet stecken somit 100 Infizierte 133 weitere Personen an. Vor zwei Wochen betrug sie noch 0,86. (pn)

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte