Lkw-Fahrverbot und Mauttarife: Tiroler Verkehrspolitik spaltet Euregio

  • Artikel
  • Diskussion (1)
Für die Südtiroler Wirtschaft ist die Lkw-Maut am Brenner zu teuer. Sie fordert ein Eingreifen der EU-Kommission.
© Böhm

Innsbruck, Bozen – Geht es nach der Handelskammer Bozen, so sollen nicht nur die transitbeschränkenden Maßnahmen wie das sektorale Lkw-Fahrverbot in Tirol fallen, sondern auch die Mauttarife auf der Brennerautobahn (A13) deutlich gesenkt werden. Dazu Thomas Baumgartner, Präsident der italienischen Frächtervereinigung ANITA: „Auch bei der Nachtmaut auf der Tiroler A13 gibt es EU-rechtliche Probleme, da diese viel zu hoch angesetzt ist. So sind auf der A13 in Nordtirol 3,50 Euro pro Kilometer fällig, während durchschnittlich auf den Autobahnen in Italien und Deutschland lediglich 0,17 Euro anfallen.“

Laut dem ehemaligen Geschäftsführer des Südtiroler Transportunternehmens Fercam ist es richtig, dass externe Kosten in die Mautkalkulation einfließen müssen. „Aber die Kosten auf der A13 stehen in keinem Verhältnis und sind nicht kompatibel mit EU-Vorgaben.“

Der Obmann des Transitforums Fritz Gurgiser erinnert Baumgartner, dass die Brennerachse von Rosenheim bis Verona zu sehen sei. „Und da kostet es 30 Cent pro Kilometer.“ Zugleich ortet Gurgiser ein Versagen der Europaregion Tirol in der Verkehrspolitik. „Da ist sie, um es salopp auszudrücken, mausetot. Sie glänzt nach außen nur in Fragen, in denen sie nichts leisten muss“, kritisiert der Tiroler Anti-Transitkämpfer. In existenziellen Fragen sei die Euregio nicht präsent.

Die Handelskammer Bozen unter Präsident Michl Ebner fordert wieder einmal gemeinsam mit 19 anderen Wirtschaftsverbänden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum Handeln gegen Tirol auf. (TT)


Kommentieren


Schlagworte