MG EHS Plug-in-Hybrid: Ansteckender Chinese für Preisfüchse

MG zeigt, dass der Einstieg in die E-Mobilität nicht teuer sein muss. Zudem präsentiert sich der EHS Plug-in-Hybrid als äußerst alltagstauglich.

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Sieht gut aus: Dank seiner stimmigen Optik fällt der MG EHS Plug-in-Hybrid auf. Nicht nur in der Stadt.
© Lukas Letzner

Von Lukas Letzner

Leutasch – Seit fast fünf Monaten ist der MG EHS Plug-in-Hybrid Teil der TT-Dauertestfamilie und wir haben in der Zeit fast 4000 Kilometer mit ihm abgespult. Dabei haben wir den kompakten Grenzgänger von Tag zu Tag mehr schätzen und lieben gelernt. Zudem fällt er richtig auf. Zum einen, weil die einst britische Marke MG nach der Übernahme der Chinesen doch längere Zeit so gut wie gar nicht vertreten war, zum anderen, weil der EHS auch noch richtig gut aussieht. Zwar erinnern beispielsweise der Kühlergrill, die Leuchten oder auch das Heck an Elemente unterschiedlicher Konkurrenten, doch wurden diese zu einem neuen und durchaus eigenständig wirkenden Auto zusammengesetzt. Die abfallende Dachlinie verleiht dem EHS seine sportliche Note und der standesgemäße und offroad-typische Unterfahrschutz fehlt auch nicht.

Der Preis des MG EHS Plug-in-Hybrid ist wirklich überzeugend, denn er ist bereits ab 32.240 Euro erhältlich. Ein beachtlicher Unterschied zur Konkurrenz. Man könnte vermuten, dass da doch irgendwo ein Haken sein muss. Beispielsweise im Innenraum. Doch eine Hartplastikwüste sucht man hier vergeblich. Stattdessen findet man unterschäumte Oberflächen, feines Kunstleder und zahlreiche Ablagen. Dazu kommen noch zwei große Bildschirme, einer fürs Instrumentarium hinter dem Lenkrad und einer für das Infotainmentsystem. An die Tatsache, dass das System zum Starten etwas länger braucht, haben wir uns schnell gewöhnt. Dafür funktioniert das Zusammenspiel mit dem Smartphone, dank Apple-Car-Play, problemlos und auch der Tanz durch die Untermenüs bedarf keines vorherigen Studiums der Bedienungsanleitung.

Die elektrisch öffnende Heckklappe des MG gibt ordentliche 463 Liter Kofferraumvolumen frei.
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Das Gestühl ist bequem und längere Fahrten sind kein Problem. Man sitzt vorne und hinten komfortabel und kann auf reichlich Ablagen zurückgreifen. Im Standardtrim gibt die elektrisch öffnende Heckklappe 463 Liter Stauraum frei, und das Ladekabel lässt sich im „Keller“ des Kofferraums verstauen. Selbst ein ausgedehnter Urlaub mit der Familie – über den werden wir das nächste Mal berichten – sollte damit möglich sein. Wem das aber noch nicht genug ist, der kann die Rückbank im Verhältnis 2:3 umlegen – dabei bildet sich eine ebene Ladefläche, die in dieser Klasse selten ist – und kann so auf 1287 Liter Kofferraumvolumen zurückgreifen. Die Neigung der Rückenlehne lässt sich übrigens auch in der zweiten Reihe verstellen, was speziell bei längeren Fahrten ein angenehmes Feature ist. Für unseren Geschmack könnwte die Klappe eine Spur weiter öffnen. Mit unseren 190 Zentimetern Körpergröße haben wir uns schon mehr als nur einmal den Kopf gestoßen. Doch das ist sicher Jammern auf hohem Niveau.

Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor des EHS leistet 162 PS und arbeitet mit einem 122 PS starken Elektromotor zusammen. Die Systemleistung des Gespanns beläuft sich somit auf ordentliche 258 PS. Zudem liefern die beiden ein maximales Drehmoment von 370 Nm, welches ausschließlich an die Vorderräder geschickt wird. Während der Verbrenner mittels Sechs-Gang-Wandlerautomatik mit dem Getriebe verkuppelt wird, verfügt der Elektromotor über vier Schaltstufen. Macht in Summe zehn Gänge. Allerdings sind die Schaltvorgänge des Elektromotors deutlich spürbar und mit einer merkbaren Zugkraftunterbrechung verbunden. Das ist im ersten Moment ungewohnt und könnte besser funktionieren.

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Das Fahrwerk des Grenzgängers ist eindeutig auf Komfort ausgelegt, eine sportliche Gangart liegt ihm nicht so sehr. Hier neigt sich der EHS spürbar zur Seite und die Lenkung lässt etwas Feedback vermissen, dafür kann man mit ihm bis zu 1,5 Tonnen ziehen. Wirklich überzeugend ist der Verbrauch. Der 16,6-kWh-Lithium-Ionen-Akku erlaubt es dem SUV, bis zu 52 Kilometer (WLTP) emissionsfrei zurückzulegen. Ist der Akku leer, kann er mit lediglich 3,7 kW in viereinhalb Stunden geladen werden. Ein entsprechendes Ladekabel liegt serienmäßig bei. Nach vier Monaten können wir mit Sicherheit sagen, dass die 52 Kilometer fast der Realität entsprechen. Wer regelmäßig an der Steckdose hängt, pendelt elektrisch in die Stadt und zurück. Der Verbrauch des Verbrenners kann so auf unter 6,5 Liter gedrückt werden, während sich der E-Motor im Schnitt 2,9 KW genehmigt. Kleines Manko: Das Fassungsvermögen des Benzintanks beträgt nur 37 Liter. Auf längeren Fahrten muss man dementsprechend öfter die Tankstelle besuchen.


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