Plus

Innsbrucker sammelt aus Leidenschaft: Ein Leben für den Kaktus

Wegen seiner Liebe zu Kakteen erlebte Werner Frauenfeld von Kindesbeinen an bittere Stunden, aber noch mehr schöne Momente. Das Sammeln kann er einfach nicht lassen.

  • Artikel
  • Diskussion
Obwohl bei Werner Frauenfeld der Stachel wegen Sammel-Rückschlägen tief sitzt, kann der Innsbrucker nicht die Finger von den Kakteen lassen. Sie stehen in drei verschiedenen Wohnbereichen.
© Rita Falk

Von Susann Frank

Innsbruck – Werner Frauenfeld ist sich treu geblieben, indem er seinen Schwur gebrochen hat. Nie wieder wollte der 80-Jährige Kakteen sammeln, nachdem er sich 2008 von 4000 liebevoll gepflegten Pflanzen trennen musste, weil er keinen Platz mehr für sie hatte. Für ihre Behausung, ein Glashaus, wurde ihm der Mietvertrag gekündigt. Der Stachel saß zu tief, die damals größte Sammlung Tirols aufgeben zu müssen, die er Tag für Tag nach getaner Arbeit bei einem Kreditinstitut gehegt und gepflegt hatte.

Doch heute, 13 Jahre später, steht er in seiner Innsbrucker Wohnung wieder vor kleineren und größeren „Mitbewohnern“. Und das, obwohl das erneute Aufstocken zu übrig gebliebenen Einzelstücken aus der Sammlung ihn fast das Zusammenleben mit seiner Frau gekostet hätte.

Frau gefallen Kakteen nur wenn sie blühen

Denn Margareta Frauenfeld kann dem Hobby nur wenig abgewinnen. „Ich finde Kakteen nur schön, wenn sie blühen. Und das ist nur einmal im Jahr.“ Einem Kompromiss ist es zu verdanken, dass sie jetzt 54 Jahre verheiratet sind: Frauenfeld darf nur die Hälfte des Balkons ihrer Wohnung im zweiten Stock, das kleine Gartenabteil einer Wohnung im Kellergeschoß und den Hauseingang des Blocks für die Sammlung der Pflanzen nutzen.


Kommentieren


Schlagworte