500 Elektro: Fiats Knutsch-Kugel elektrisiert

Wie weit die Elektro-Mobilität mittlerweile fortgeschritten ist, zeigt Fiat mit dem neuen 500 Elektro eindrucksvoll. Die Verbrenner wurden nämlich aus dem Sortiment verbannt. Den 500 gibt es jetzt nur noch als Stromer.

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Der neue Fiat 500 Elektro fällt auf. Vor allem in der von uns getesteten Version „Rosé Gold“.
© Fellner

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Der Fiat 500 hat eindrucksvoll bewiesen: Retro kann auch heute noch richtig kultig sein. Seit immerhin 14 Jahren rollt die aktuelle Version der italienischen Knutsch-Kugel über unsere Straßen und erfreut sich von da an großer Beliebtheit. Getan hat sich seither wenig, warum auch? Das Konzept funktioniert. Doch für den Cinquecento war es das noch lange nicht und Fiat zeigt mit dem neuen Fiat 500 Elektro eindrucksvoll, wie man Retro-Feeling von gestern ins Heute rollen kann. Wir freuten uns jedenfalls sehr, als der 500 Elektro auf der Liste der anstehenden Testwagen auftauchte, und kürzlich war es dann endlich so weit.

Ewas Wichtiges vorweg: Auch wenn der neue City-Floh nicht mehr ganz so klein ist (er hat in Länge, Breite und Höhe zugelegt), sieht man auf den ersten Blick: Er ist ein echter Cinquecento! Die neu gestalteten Leuchten tragen jetzt einen in die Motorhaube integrierten LED-Liedstrich, der Kühlergrill wird vom neu designten Logo dominiert und der kecke Heckspoiler gibt dem 500 sogar eine sportliche Note. Trotzdem bleibt er – dank seiner kompakten Maße – der König der Stadt. Vor dem Hintergrund macht es dann auch Sinn, dass es ihn nur noch als Stromer zu haben gibt. Eines sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber erwähnt: Die Verbrenner-Variante aus 2007 ist natürlich nach wie vor im Programm, doch das ist dann eben nicht der Neue.

Was ist denn eigentlich neu am 500 Elektro? Ganz einfach. So ziemlich alles. Denn auch wenn die Retro-Optik lediglich modernisiert wurde, der 500 Elektro bekam eine komplett neue Plattform und neue Technik. Beginnen wir im Innenraum. Das Cockpit wird zwar über weite Strecken von Hartplastik dominiert, die Kombination mit schicken Design-Elementen in Wagenfarbe, den digitalen Armaturen und dem großen 10,25-Zoll-Touchscreen des Infotainment-Systems lassen den Innenraum sehr hochwertig wirken. Außerdem ist er nicht mehr ganz so verspielt wie bisher, was uns persönlich sehr gut gefällt. Die zweite Sitzreihe ist nach wie vor höchstens für Kinder geeignet und der 185 Liter große Kofferraum fällt auf den ersten Blick recht überschaubar aus. Unser Test hat aber gezeigt, dass es eigentlich immer ausreicht. Ungewohnt: Statt eines Türöffners gibt es einen Knopf.

Doch kommen wir zum Wichtigsten: Wie fährt sich der Elektro-Floh denn? Wie bei allen Elektroautos ist der Antritt des kleinen Cinquecento grandios. Kein Wunder, denn die 118 PS und die 220 Nm Drehmoment des E-Motors stehen vom Stand aus zur Verfügung. Der kurze Radstand, die schönen 16-Zöller, die knackige Lenkung und das gute Fahrwerk machen ihn zum König jeder Parklücke. Und wie sieht es mit der Reichweite aus? Unser Testwagen hatte den 42-kWh-Akku (netto 37,3 kWh) verbaut und durfte so bis Tempo 150 sprinten (der schwächere Akku wird bereits bei Tempo 135 elektronisch begrenzt). Fiat gibt die Reichweite mit 320 km an. Die erreichten wir im Test zwar nicht, aber 280 km waren im Mixbetrieb inklusive Autobahn problemlos möglich. Zwischen 15,9 und 16,2 kWh lag unser Durchschnittsverbrauch, offiziell nennt der Hersteller 14,0 bis 14,4 kWh. Unsere Einschätzung: Im Alltag und Stadtbetrieb dürften 14,5 bis 15,0 kWh machbar sein. Ein echter Pluspunkt des Fiat 500 Elektro ist seine serienmäßige Fähigkeit zum CCS-Schnellladen. Maximal 85 kW sind bei den stärkeren Versionen möglich. Mit dem passenden Schnelllader lassen sich 80 Prozent der Batterie in nur 35 Minuten wieder aufladen. Innerhalb von fünf Minuten kann eine Reserve von 50 Kilometern nachgezapft werden. An der Haushaltssteckdose dauert es mit 14 Stunden dafür etwas länger.

In der Basisversion mit kleinerem Akku kostet der Fiat 500 Elektro 25.390 Euro. Die von uns getestete Icon-Version schlägt dann schon mit 30.390 Euro zu Buche. In puncto Serienausstattung bleiben dafür keine Wünsche offen.


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