Hamilton-Heimsieg in Silverstone nach Verstappen-Crash und Strafe

Für Formel-1-WM-Leader Max Verstappen hat der Grand Prix von Großbritannien in jähes Ende gefunden. Der niederländische Red-Bull-Pilot drehte sich in Silverstone in der zweiten Runde nach einer Berührung mit seinem Rivalen Lewis Hamilton von der Strecke und krachte in den Reifenstapel.

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Lewis Hamilton in Silverstone.
© LARS BARON

Silverstone – Lewis Hamilton hat sein Formel-1-Heimrennen in Silverstone nach einer Hollywood-reifen Abfolge der Ereignisse gewonnen. Der Brite fuhr am Sonntag im Mercedes seinen 99. Grand-Prix-Sieg heraus. Zweiter wurde Ferrari-Mann Charles Leclerc vor Valtteri Bottas im zweiten Mercedes. Die Szene des Rennens hatte sich schon in der ersten Runde in der Copse-Kurve ereignet, in der WM-Leader Max Verstappen nach einer Berührung mit Hamilton abflog und in einen Reifenstapel krachte.

Hamilton fasste für den Überholversuch eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe aus, fing den Langzeit-Führenden Leclerc aber zwei Runden vor Schluss dennoch ab. Red-Bull-Pilot Verstappen wurde nachher eingehend untersucht, der Niederländer klagte offenbar über Schwindelgefühl. Hamilton verkürzte seinen Rückstand auf Verstappen in der WM-Wertung auf acht Punkte. Es war der achte Sieg des 36-Jährigen in Silverstone.

Für Verstappen hatte der Grand Prix von Großbritannien hingegen ein jähes Ende. Der 23-Jährige, der am Samstag im Sprint-Qualifying die Pole Position herausgefahren hatte, drehte sich nach einer Runde, nach einer minimalen Berührung mit Hamilton, von der Strecke. Das Rennen wurde daraufhin unterbrochen.

Aufprall mit 51 G-Kräften

Verstappen stieg selbstständig aus seinem Boliden aus und wurde in der Folge ärztlich untersucht. Den Bildern zufolge wirkte er zumindest mitgenommen. "Die erste Meldung war, dass ihm anscheinend nichts Gravierendes passiert ist", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko im ORF. Später folgten speziellere Untersuchungen im Krankenhaus. Laut Red Bull überlebte Verstappen einen Aufprall mit schier unglaublichen 51 G-Kräften.

Der Wagen des 23-Jährigen trug schweren Schaden davon, die gesamte rechtsseitige Aufhängung war komplett zerstört. Hamilton zog sich Schäden am Frontflügel zu, der wurde in der Pause ausgetauscht.

Um 16.46 Uhr wurde das Rennen durch einen stehenden Start wieder aufgenommen. Als Führenderer fuhr Leclerc von der Startaufstellung los. Hamilton kassierte eine beim Boxenstopp abzusitzende Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, weil er aus Sicht der Stewards die Kollision verursacht hat.

"Die ganze Schuld liegt bei Hamilton", teilte Red-Bull-Teamchef Christian Horner vor dieser Entscheidung FIA-Renndirektor Michael Masi über Funk mit. "Es war zu hundert Prozent die Kurve von Max." Marko bewertete das Manöver des Mercedes-Piloten als "fahrlässiges bis gefährliches Verhalten". Mit einer Zehn-Sekunden-Strafe sei die Angelegenheit für ihn nicht erledigt. Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte Masi, er habe ein E-Mail mit Diagrammen über die Positionen der Autos verschickt.

Hamilton jagte Leclerc zunächst erfolglos, nach der 27. Runde fuhr er in die Boxengasse. Danach folgten die Konkurrenten. Der nun viertplatzierte Hamilton war dann der schnellste Mann im Feld und überholte zunächst McLaren-Pilot Lando Norris. In der 40. Runde lotste ihn die Mercedes-Führung an Teamkollege Bottas vorbei. Knapp sieben Sekunden musste der WM-Titelverteidiger in den übrigen zehn Runden auf Leclerc gutmachen - was ihm auch gelang.

Verstappen: Siegesfeier "respektlos und unsportlich"

Nach seinem heftigen Unfall beim Grand Prix von Großbritannien hat Formel-1-WM-Spitzenreiter Max Verstappen nicht mit Kritik gespart. Er sei okay, verriet der Red-Bull-Pilot am Sonntagabend in den Sozialen Medien. "Sich die Feierlichkeiten anzusehen, während man noch im Krankenhaus ist, ist respektloses und unsportliches Verhalten", schrieb der Niederländer weiter. Die in seinen Augen zu geringe Strafe gegen seinen Rivalen Lewis Hamilton "hilft uns nicht weiter".

Der spätere Silverstone-Sieger Hamilton habe ein "gefährliches Manöver" auf der Strecke gezeigt. "Ich bin sehr enttäuscht, dass ich so rausgenommen wurde", schrieb Verstappen. (APA)

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