Tiroler Mobilitäts-App „ummadum“ auf Erfolgskurs

Die Mobilitäts-App „ummadum“ belohnt Nutzer mit virtuellen Bonuspunkten, mit denen ganz real eingekauft werden kann. 70 Gemeinden sind seit der Gründung 2019 mit an Bord.

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Die ummadum-App generiert über die gesammelten Punkte einen Barcode, der beim Händler eingescannt wird.
© ummadum

Innsbruck – Verstopfte Straßen, aber fast leere Autos: In Österreich sitzen im Schnitt 1,25 Personen im Pkw, bei Pendlern sind es sogar nur 1,06. Dies zu ändern, ist Ziel der Tiroler Mobilitätsplattform „ummadum“. Die Idee dahinter ist so simpel wie genial. Ummadum holt die klassische Fahrgemeinschaft per App ins Digitalzeitalter und ergänzt das Ganze mit einem Belohnungssystem. Betriebe oder Gemeinden können „ummadum-Punkte“ kaufen und diese Mobilitätspunkte dann als Belohnung für nachhaltiges Mobilitätsverhalten verteilen. Die Bonuspunkte lassen sich dann in Bonuspunkte für den Einkauf bei ummadum-Handelspartnern, wie zum Beispiel der Lebenmittelkette MPreis, umwandeln. Wichtig sei, dass das Geld auch in der Region ausgegeben wird.

Die Corona-Krise hat ummadum genutzt, um das Angebot zu erweitern. „Wir haben unser Modell angepasst und um die Themen Radfahren und zu Fuß gehen erweitert“, so Schader. Technisch gehe das, indem die ummadum-App die unterschiedlichen Fortbewegungsarten erkennt und so – etwa für den individuellen Arbeitsweg – die Punkte gutgeschrieben werden. Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes sieht Schader nicht: „Keine Gemeinde oder Arbeitgeber bekommt Informationen über das Mobilitätsverhalten der Anwender, sondern nur eine Abrechnung über eingelöste Punkte und über das eingesparte CO2.“ „Grundsätzlich sind wir ein Werkzeug und bieten uns für klimabewusste Unternehmen und Gemeinden an. Unser Geschäftsmodell ist der Handel mit ummadum-Punkten oder CO2-Einsparungen, wenn man es etwas weiter fasst“, so Schader.

Ummadum hat seit 2019 70 Gemeinden als Teilnehmer gewinnen können. Und auch große Firmen wie Swarovski sind mit an Bord. Christina Hofer, Leiterin der Personalabteilung bei Swarovski, sprach bei der Präsentation der Partnerschaft von einem „idealen Baustein in unserer Mobilitätsagenda“. Inzwischen ist ummadum östereichweit aufgestellt und expandiert nach Südtirol. Rund 10.000 User nutzen die App, das entspricht im Wesentlichen den Einwohnern der Gemeinden und Mitarbeitern der Unternehmen, die mitmachen. Und seit den Lockerungen ziehe das Geschäft spürbar an. Das Feedback sei sehr ermutigend. (hu)


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