Milliarden rollen für die Energiewende

Der klimagerechte Energie-Umbau erfordert riesige Investitionen. Die Verhinderung von Lockdowns wird zur großen Herausforderung.

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Österreich braucht laut APG noch ein besseres Leitungsnetz.
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Innsbruck, Wien – Über viele Jahrzehnte war der österreichische Strommarkt streng reguliert und die Versorgung sehr stabil. Mit der für den Klimaschutz fixierten Energiewende stehe der gesamte Bereich vor einer gewältigen Transformation, sagt der Unternehmenssprecher der Austrian Power Grid (APG), Christoph Schuh. Die APG ist als Betreiber des Übertragungsnetzes für eine sichere Stromversorgung Österreichs verantwortlich. Man sei zwar eine Tochter der Verbundgesellschaft, aber handle völlig unabhängig. „Wir müssen nichts verkaufen, sondern alles für eine sichere Versorgung tun“, so Schuh bei einem Tirol-Besuch zur TT.

Die internationalen und nationalen Klimaziele (bis 2030 will Österreich 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen), die Digitalisierung mit neuen Akteuren sowie Produktions- und Speichererfordernissen sowie der geplante Ausstieg aus fossilen Energieträgern werde den Strombedarf in den kommenden 10 bis 15 Jahren massiv steigen lassen. Der Energie-Umbau werde in Österreich bis hinein in alle Branchen gewaltige Investitionen von 100 bis 150 Mrd. Euro erfordern, betont Schuh. „Es gibt keinen Lebensbereich, der hier nicht betroffen ist.“

Die APG selbst will in den kommenden zehn Jahren 3,1 Mrd. Euro investieren, allein in Tirol sollen 290 Mio. Euro für mehrere Umspannwerks- und Leitungsprojekte rollen. Hier brauche es mehr Tempo als etwa bei der nach jahrelangem Rechtsstreit doch genehmigten Salzburg-Leitung (jeder Monat Verzögerung habe 10 Mio. Euro zusätzlich gekostet), deren Kosten sich alles in allem auf fast 2 Mrd. Euro verdoppelt habe.

Das noch stärkere Gewicht von Solar- und Windstrom erhöhe auch die Herausforderung, die Stromversorgung ohne Blackouts stabil zu garantieren, so Schuh. Wenn etwa das Burgenland an windreichen Tagen das Vierfache seines eigenen Strombedarfs produziere, brauche es überall im Land leistungsfähige Leitungen. Und es brauche Möglichkeiten zur Speicherung von Überschuss-Strom. „Speicher werden das Gold der Zukunft“, sagt der APG-Sprecher. Von Batterien über Green Gas werde gebe es hier viele Möglichkeiten, den deutlich höchsten Wirkungsgrad hätten aber Pumpspeicherkraftwerke. (va)

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