„Archäopfad Goldbichl“ in Igls erstrahlt in neuem Glanz

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Die Kultfeuer am Goldbichl brachten einst sogar die Steine in direkter Umgebung zum Schmelzen. Nachdem im Vorjahr Metalldiebe diverse Infotafeln gestohlen hatten, ist der Weg nun wieder frisch ausgeschildert.
© Tomedi

Innsbruck – Der Goldbichl bei Igls zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten in ganz Tirol. Genau hier fanden in der Bronzezeit (ca. 1800–1600 v. Chr.) und dann wieder in der Eisenzeit (ca. 400–15 v. Chr.) mystische Rituale mit Brandopfern an mächtigen Altären statt. Nun lädt das Kleinod mitten im Wald wieder zum Besuch ein.

Auf Initiative von Hubert Held aus Lans hatte das damalige Institut für Ur- und Frühgeschichte an der Uni Innsbruck unter der Leitung von Gerhard Tomedi und Siegfried Nicolussi Castellan von 1994 bis 2004 am Goldbichl gegraben. Die eindrucksvollen Ergebnisse wurden in Form eines 2006 eröffneten archäologischen Pfades der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Von der Architektin Daniela Egger entworfene Stelen aus Cortenstahl trugen solide Tafeln aus Messing – mit Illustrationen und knappen Texten über die wichtigsten Erkenntnisse. Der Lehrpfad stieß auf reges Besucherinteresse – bis zum Schock im Herbst letzten Jahres, als klar wurde, dass Metallräuber die Messingtafeln brachial von den Stelen heruntergebrochen hatten. Immer wieder wurden die Vorstandsmitglieder des Vereins Goldbichl, Hansjörg Kathrein und Roland Tausch, in der Folge von enttäuschten Besuchern auf die fehlenden Informationen angesprochen, eine Erneuerung der Tafel tat not. Seit Kurzem ist es nun so weit: Der Archäopfad präsentiert sich mit neuen, einheitlichen Alu-Verbundtafeln, wobei der Tourismusverein Innsbruck-Igls die Druckkosten übernahm. Zugleich bot sich die Gelegenheit, die Texte und Grafiken zu überarbeiten.

Somit ist der spannende Weg zum Brandopferplatz wieder mit einer Vielzahl von Informationen zur 4000-jährigen Geschichte der näheren Umgebung beschildert.

Übrigens: Wer mehr zur packenden Historie des Goldbichls erfahren will, sollte das kleine Museum im „Haus des Gastes“ in Igls (1. Stock) aufsuchen. Dort sind in einigen Vitrinen bronze- und eisenzeitliche Fundstücke ausgestellt. Das Haus des Gastes ist während der Sommer- und Wintersaison jeweils Mo bis Fr von 8.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. (TT)

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